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Windkraftanlagen im Wald ?

Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen, Dornburg-Langendernbach, Neunkirchen u. Irmtraut

 

Liebe Besucher!  Ein MObiles LAndschaftsMUseum, das sich der Natur- und Erlebnispädagogik sowie der Erforschung von Landschaftsökologie und Landschaftswandel verschrieben hat, muss Stellung beziehen, wenn wertvolle Landschaft und Natur wider alle Vernunft zerstört werden - erst Recht, wenn es um den eigenen Heimathafen geht.

Aus diesem Grund wird diese Seite fortan der "Interessengemeinschaft Gegenwind Hauser Wald" zur Verfügung gestellt, um die wichtigsten diesbezüglichen Informationen allen BürgerInnen zugänglich machen zu können.

 

 

"Weißt du, was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur zehntausend Klafter Holz?

Oder ist er eine grüne Menschenfreude?"                Bert Brecht

s. dazu auch unter:    >>> Wald-Wiese-Wasser-Wildnis-Wunderwelt ...   

 

 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen - IG Gegenwind Hauser Wald

 

 Mit fundierten Argumenten gegen unsachliche Verharmlosung, Halbwissen und Falschinformation !

 

Unsere naturnahen Laub-Wälder sind die derzeitig letzten (!) Refugien mit Böden und Grundwasser, die nicht – oder (leider) besser gesagt: in nur geringem Ausmaß – von irgendwelchen Immissionen belastet sind. Allein deshalb müssen wir unbedingt verhindern, dass dies nun auch noch Schritt für Schritt aufgeweicht wird!

 

 

Der 'Hauser Wald' ist zwar nur ein Beispiel unter vielen, zeichnet sich jedoch durch eine herausragende Biotop- und Artenvielfalt aus. Wir müssen und werden deshalb Schritt für Schritt aufzeigen, was in diesem so überaus schutzwürdigen Ökosystem verloren gehen würde. Wer sich hier als politischer Entscheidungsträger auf oberflächliche "Bezahlgutachten" verlässt und tiefer gehende Analysen ignoriert, ist nicht nur schlecht beraten, sondern lädt eine große Verantwortung auf seine Schultern ... Lesen Sie dazu weiter unten unter "Argumente"!

 

 

 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen - IG Gegenwind Hauser Wald

 

Spät erkannt und leider wahr: Der momentane Kurs in Sachen alternative Energiegewinnung dient vor allem den Kapital-Interessen einiger weniger, gegen (!) die Natur und vor allem - und das ist das Schlimmste -  ohne den Großteil der BürgerInnen mit auf den so wichtigen Weg in eine annehmbare Zukunft der erneuerbaren Energien zu nehmen. Lesen Sie auch dazu weiter unten unter "Argumente"!

(Dieser von der IG Gegenwind erstellte Aufkleber kann über die Kontaktadresse des MOLAMU (s. >>> IMPRESSUM) bestellt werden.)

 

 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen - IG Gegenwind Hauser Wald

Aktuelles

+++  Interessengemeinschaft Gegenwind aktuell   +++   Stoppt die Zerstörung unseres Waldes!   +++   Interessengemeinschaft Gegenwind aktuell   +++

 

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>>> nächstes Treffen der Interessengemeinschaft Gegenwind Hauser Wald:

> 31. Mai 2017, 20.00 Uhr <

bei Annemie Guckelsberger (Pension), Neustraße 11, 65620 Hausen
(Bitte direkt den Hintereingang benutzen - nicht vorne klingeln)

 

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"Lebensräume - Biodiversität im Hauser Wald"

Große Waldexkursion incl. Lichtbilder-Vortrag im Wald!

Die 2. Waldbegehung am 22.04.2017 brachte neue Erkenntnisse

(Ein Bericht v. A. Rudolph)

 

Mit 5.000 über Ostern verteilten Flyern in den 5 Waldbrunner Ortsteilen, Langendernbach, Wilsenroth, Neunkirchen, Dorndorf und Frickhofen lud die IG Gegenwind zur 2. Waldbegehung ein. Fast 300 interessierte Bürger folgten der Einladung, um sich über die Standorte der geplanten Windkraftanlagen im Hauser Wald zu informieren.

 

 

Die jeweils 31 Gemeindevertreter aus Dornburg und Waldbrunn erhielten eine persönliche Einladung. Beide Bürgermeister Andreas Höfner (Dornburg) und Peter Blum (Waldbrunn) waren, wenn auch verkürzt (Andreas Höfner) und verspätet (Peter Blum) zur Waldbegehung erschienen. Aus Dornburg konnten wir Peter Trottmann (CDU), Dr. Walter Valeske (CDU), Alois Höhler (CDU) und Reiner Schmidt (parteilos) begrüßen. Entschuldigt haben sich Fabian D’Antonio (CDU), Ottmar Baron (SPD) und Toni Simon (FWG). Aus Waldbrunn informierten sich Wolfgang Erler (CDU), Markus Reitz (CDU), Maria Dannewitz (CDU), Hans-Josef Wüst (CDU), Peter Krahl (SPD), Walter Meuser (SPD), Jana Jeuck (SPD). Von der Bürgerliste waren Marc Eisenkopf, Rüdiger Zeiler, Oliver Hölzer, Christof Daum, Jörg Guckelsberger und Manfred Lischeck anwesend. Entschuldigt haben sich Melanie Blum (Bürgerliste) und Jörg Blum (Gemeindevorstand).

Los ging es vom Langendernbacher Waldparkplatz „Waldlehrpfad“ durch den Wald zur Grillhütte in Hausen. Dabei passierten die Besucher die Standorte der WEA 10, 4 und 5. An jedem Standort gab es eine kleine Rast, dabei wurden die Ausmaße der Baumaßnahmen, sowie die Auswirkungen auf Artenvielfalt und Wasserhaushalt verdeutlicht.


Um im Wald eine PowerPoint-Präsentation zu ermöglichen musste ein Stromaggregat

aufgestellt und ein spezieller Tageslicht-Beamer ausgeliehen werden (Foto: H. Blum)


Beim anschließenden PowerPoint-Vortrag an der Hauser Grillhütte zeigte Herr Dr. Rittweger mit eindrucksvollen Bildern, was er bei seinen Untersuchungen in den betroffenen Feuchtbiotopen gefunden hatte. Millimetergroße Schnecken und Muscheln, die nur durch aufwendiges Filtern sichtbar werden und zu den bedrohten Arten zählen. Diese Lebewesen können nur im klaren reinen Quellwasser überleben. Auch wenn diese Tiere für uns mit dem Auge fast unsichtbar sind, zeigen sie doch, welch hohe Wasserqualität hier vorliegt und durch den Bau der Anlagen verloren geht.

Leider waren beim Lichtbildervortrag nur noch einige Gemeindevertreter (Reiner Schmidt, Markus Reitz, Maria Dannewitz, Hans-Josef Wüst, Marc Eisenkopf, Rüdiger Zeiler, Oliver Hölzer, Christof Daum, Jörg Guckelsberger und Manfred Lischeck) anwesend. Auch beide Bürgermeister fehlten beim Lichtbildervortrag und anschließender Fragerunde.

Nach der zweistündigen Wanderung durch den Wald stärkten sich die Besucher mit Kuchen und Kaffee. Für die Backwaren bedanken wir uns bei den Bäckereinen Krekel und Simon.

Dank gebührt auch den zahlreichen fleißigen HelferInnen, großzügigen Spendern sowie allen TeilnehmerInnen für ihr Interesse. Über die durchweg positive Resonanz haben wir uns sehr gefreut.

Leider wurde diese besondere Veranstaltung von der Lokalpresse - trotz Einladung - vollständig ignoriert. Sie dürfte sich damit keinen Gefallen getan haben ...
 

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Jetzt nicht nachgeben! Denn:

Es ist noch nicht zu spät!

Auch wenn unsere Gemeinden bedauerlicherweise bereits entsprechende Verträge unterzeichnet hat, sind die Windkraftanlagen (WKA) noch nicht vom Regierungspräsidium genehmigt. Da es beim Genehmigungsverfahren u.a. um Belange des Naturschutzes geht, haben wir eine realistische Chance, gemeinsam nachzuweisen, welch herausragende Bedeutung  das betreffende Waldgebiet für das ökologische Gefüge in der Region hat und dort weitaus mehr Naturschätze schlummern, als die meisten erahnen ... und erst recht von den seitens der Betreiberfirma beauftragten (bezahlten) Planungsbüros erfasst werden  ... .

Hier kann jede(r) unterstützend tätig werden - gleich wie viel Artenkenntnis er/sie mitbringt!

Daneben wurde eine Unterschriften-Aktion gestartet, die sehr schnell zeigte, dass die Windkraftanlagen von einer Mehrheit der BürgerInnen abgelehnt wird.

In der Diskussion wird zudem deutlich, dass sehr viele MitbürgerInnen schlicht nicht wissen, wo genau die WKA errichtet werden, welch große Flächen dafür gerodet werden müssen und wie viel Natur, Lebensqualität und geliebte Heimatlandschaft dafür geopfert werden soll. Selbst unsere Gemeindevertreter sind sich offenkundig mehrheitlich nicht im Klaren darüber, wie massiv die geplanten Eingriffe sein werden!

Nicht wenige uneingeschränkte Befürworter sind so inzwischen zu Gegnern geworden.

Eine Meinung aufgrund von besseren Argumenten und neuen Informationen zu ändern, ist keine Blamage sondern gelebte Demokratie!

Bitte lesen Sie deshalb unten unter "Argumente", dass auch wir alle zunächst dazu lernen mussten ...

Nur durch unsere gemeinsame Aufklärungsarbeit können wir die Zahl der Befürworter (sowie auch die der Gleichgültigen) weiter zum Schrumpfen bringen!

Wir bitten Sie deshalb alle um aktive Unterstützung!

> Jetzt! Denn später könnte es tatsächlich zu spät sein ... <

 

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 +++    Mai 2017  -   IG Gegenwind Hauser Wald  -  Mai  2017    +++

Der Widerstand trägt Früchte ...

denn inzwischen haben mehr als 60 % der BürgerInnen von Waldbrunn-Hausen mit Ihrer Unterschrift bekundet, dass sie gegen die Windkraftanlagen im Hauser Wald sind !!

Zeit für ein Umdenken liebe Gemeindevertreter !

 

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Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

Argumente:

Ein Wald ist kein Industriegebiet!

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Niemand von uns ist grundsätzlich gegen Windkraft eingestellt oder will gar ein Zurück zur Atomkraft - ganz im Gegenteil. Die erneuerbaren Energien müssen aber mit Vernunft und vor allem ohne nachhaltige Zerstörung von schützenswerten Ökosystemen, zu deren Erhaltung sie ja doch eigentlich beitragen sollen (!), umgesetzt werden.

 

Warum erst jetzt?

Und noch eins gleich vorweg: Ja, es stimmt: Wir sind spät dran mit unserem Protest - regelrecht aus einem Dornröschenschlaf erwacht - wie die lokale Presse schrieb (s.u.). Unsere Gemeinde hat bedauerlicherweise bereits Verträge unterzeichnet ...

Auch wir waren und sind nach dem Atom-Ausstieg sowie angesichts einer sich anbahnenden Klima-Katastrophe verunsichert, wie es mit der Energie-Gewinnung in unserem Land weitergehen soll bzw. kann. Müssen wir, um unseren Planeten zu retten und trotzdem nicht irgendwann im Dunkeln zu stehen, nicht ganz besondere Opfer bringen?

Viele von uns haben schlichtweg Zeit gebraucht, das tatsächliche Ausmaß der lokalen Natur-Zerstörung in Gänze zu überblicken und außerdem zu durchschauen, dass das Gros der Windkraft-Betreiber - genauso wie jede andere Industrie-Lobby - nur den eigenen Profit im Blick hat - ohne Rücksicht auf Verluste! Hier geht es nicht mal im Ansatz um schonende, CO2-neutrale Energiegewinnung zum Vorteil aller (s.u.)!

Und genau diese (späten) Erkenntnisse im Verein mit dem uns allen drohenden enormen Verlust an Lebens-Qualität treiben uns an, nun mit allem notwendigem Nachdruck für ein bisschen intakte Rest-Natur in unserer Heimat zu kämpfen.

Immer mehr Gewerbeflächen, Umgehungsstraßen und Kfz-Verkehr auch jenseits der offiziellen Straßen in Feld, Flur und Wald! Unsere einst so beschauliche Westerwälder Landschaft ist längst nicht mehr das, was sie einmal war. Es gibt immer weniger wirkliche Rückzugs- und Erholungsgebiete für Mensch und Tier – höchste Zeit für ein Umdenken!

Und jetzt soll auch noch unser Wald durch überdimensionierte Windkraftanlagen teilgerodet werden. Auf einer Waldfläche von weniger als 1,5 Quadratkilometern sollen insgesamt 7 ca. 200 m hohe Windkraftanlagen errichtet werden. Dieser - unser einziger! - dorfnahe Wald wird sich dadurch in seinem Charakter total verändern, seine ursprüngliche Schutz- und Erholungsfunktion weitgehend verlieren.


 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

Stoppt die Zerstörung unseres Waldes!

Umwelt-, Natur- und Artenschutz

 

Rodungen

"Hausen ist von herrlichen Laub- und Nadelwäldern umgeben" ist (noch!) auf der Internet-Präsenz der Gemeinde Waldbrunn zu lesen. Über die Ästhetik von Windkraftanlagen kann man streiten ... über die Tatsache, dass sich das Bild unserer Landschaft dauerhaft und drastisch verändern wird, nicht.

 

Die vorstehende Abbildung ist keineswegs übertrieben, das nächstgelegene geplante Windrad am "Unteren Irmtrauter Weg" wird nur knapp über 1.000 m. vom Ortsrand entfernt liegen! (Fotomontage: Th. Blum)


Ist das Roden von naturnahen Mischwäldern zur angeblichen CO2-Einsparung an sich schon schizophren, wird das hier geplante Ausmaß erst durch einen Blick aus dem All offenkundig (s. Abb. unten). So zeigt der Blick auf eine WKA-Montagefläche in der Nähe des nicht weit entfernt liegenden Ortes Girkenroth, dass pro Anlage
bis zu 10.000 Quadratmeter Wald verloren gehen können. Das ist eine deutlich größere Fläche, als ein üblicher Sportplatz in der Region aufweist! Im Unterschied zu Girkenroth wird der Wald bei Waldbrunn-Hausen jedoch nicht vom Rand her "angenagt", sondern die Anlagen sollen mittendrin entstehen, wodurch sich die negativen Auswirkungen auf den Naturhaushalt um ein Vielfaches potenzieren!

 

 Montagefläche für ein Windrad bei Girkenroth mit Streckenmaßstab (VG Westerburg, Quelle: Google Maps; Aug. 2016)

 

Dazu kommen dann noch die ca. 160 m langen Kranstellflächen, die z.T. als ganz neue Schneisen in den bestehenden Wald geschlagen werden müssen. Bei insgesamt sieben Anlagen plus Zuwegung könnten zwischen Waldbrunn-Hausen und Dornburg-Langendernbach demnach bis zu 100.000 Quadratmeter intakte Natur verloren gehen - nicht eingerechnet, dass die dazwischen verbleibenden bewaldeten Flächen ihren momentanen Wert aufgrund der massiven Störungen gleichsam dauerhaft einbüßen würden!

Die entstehende Mischung aus Industrie-Standort mit verdichteten Schotterflächen, Rotorenlärm und Blinklichtern zwischen den verbleibenden Baumflächen wird mit dem einstigen Wald  so gut wie nichts mehr gemein haben. Und es darf stark bezweifelt werden, dass die (inzwischen eine Minderheit bildenden) Befürworter sich im Klaren darüber sind (bzw. waren), dass hier der größte Schatz eines kleinen Westerwalddorfes regelrecht verhökert wird: ein intakte Rest-Natur, die das bietet, was die meisten gehetzten Stadt-Menschen immer dringender suchen: Ruhe, Erholung, "Entschleunigung" in einer sich scheinbar mit jedem Tag schneller drehenden Welt.

 

Luftbild mit der Lage der geplanten Windräder, den dazu gehörigen (überwiegend befestigten) Montageflächen und überbreiten Baustraßen, die sich nur zum Teil mit den vorhandenen Forstwegen decken werden. Besonders in Kurvenbereichen muss zudem beinah so viel Wald gerodet werden, wie auf den Montageflächen selbst. Der Obere und Untere Irmtrauter Weg, wo WKA 5 u. 6 errichtet werden sollen, eine allseits beliebte Jogging- und Spazier-Strecke, soll zukünftig durch kahle Windrad-Stellflächen verlaufen. Zwischen dem sog. "Langen Stein" (Wegekreuzung Bildmitte oben; vgl. Topographische Karte unten) soll entlang der Grenze zu Rheinland-Pfalz zudem eine ganz neue Trasse durch ein ökologisch wertvolles Feucht-Tälchen gefräst werden.

 Im Bild unten links ist der sich ständig in NO-Richtung erweiternde Basalt-Steinbruch v. Elbtal-Elbgrund zu erkennen, der in Fragen der "Umweltverträglichkeit" für zusätzliche Probleme sorgt.

(Quelle: http://www.geoportal.hessen.de/, verändert, H. Rittweger 08/2016)

 

Wer sich dann noch die Mühe macht, im Internet nach Bildern oder Filmen vom "Bau von Windkraftanlagen im Wald" zu suchen, sollte eigentlich begreifen, was hier vor allem in der Bauphase auf unseren bislang noch so naturnahen Wald mit vielfältiger Baumarten-Zusammensetzung und Altersstruktur zukommen wird - er wird sich davon über Generationen hinweg - und im Bereich der verdichteten Böden überhaupt nicht mehr erholen!

 

Wasserschutzgebiet !

Wer darüber hinaus nach "Problemen beim Betrieb von Windkraftanlagen" sucht, wird im Internet auch sehr schnell auf zahlreiche Unfallberichte stoßen. Das Umstürzen ganzer Anlagen, nicht zu löschende Brände und ein unkontrollierter massiver Austritt von Getriebeöl sind auch in unserem Wald keineswegs ausgeschlossen! Dazu muss man wissen, dass der betroffene Wald westlich von Hausen von außerordentlicher Bedeutung für die Trinkwasser-Versorgung aller (!) umliegenden Ortschaften ist, und die geplanten Windräder allesamt in der Wasserschutzzone III liegen! Sogar Quellfluren, Feuchtgebiete und -Tälchen sollen nach den bestehenden Plänen trockengelegt, zugeschüttet und planiert werden! Hinzu kommen die enorme Wegeverbreiterung (bis zu 8 m und sogar 30 m in Kurvenbereichen !) incl. Teerdecken in Steigungsbereichen sowie die Bodenverdichtung durch die massiven Baumaßnahmen mit schwerem Gerät. Niemand kann wirklich sagen, wie groß die negativen Auswirkungen auf die Grundwasser-Neubildung und -Qualität durch den Bau, die Fundamentierung und den Betrieb dieser Anlagen am Ende sein werden!

Hydrogeologische Gutachten liegen nach unserer Kenntnis nicht vor oder werden den Bürgern, wie alle anderen Gutachten bis dato nicht ausgehändigt! Bei einer Bau-Genehmigung hätten die unmittelbar Betroffenen somit keine Möglichkeit eines Einspruches, da die Fa. ENERTRAG zugleich den sog. Sofortvollzug der Baumaßnahme bei positivem Bescheid beantragt hat.

Dass diese Eingriffe Folgen haben werden, steht außer Frage. Welche Folgekosten (!) daraus für die Anlieger-Gemeinden erwachsen, die sich im Moment noch über die in Aussicht gestellten Pachteinnahmen freuen, vermag jedoch niemand im Detail zu orakeln ...

 

              

Ölunfall auf dem Oberen Irmtrauter Weg am 05.02.2017 (Fotos H. u. C. Rittweger) an der geplanten WEA 5.

 

So musste die Freiwillige Feuerwehr Hausen bereits am 05.02.2017 das weitere Abspülen einer großen Öl-Lache verhindern, die im Zuge der Baugrund-Sondage  durch ein seitens ENERTRAG beauftragtes Subunternehmen (unbemerkt?) entstanden war. Selbst sog. "Bio-Öl" würde den im betroffenen Quellsumpf vorkommenden Wasserorganismen irreparablen Schaden (!) zufügen, und man muss sich fragen, warum solche Bohrungen an einem ökologisch derart sensiblen und gesetzlich geschützten Biotop überhaupt genehmigt werden. Seitens der IG Gegenwind wurde dieser Vorfall sowohl bei der Oberen als auch bei der Unteren Wasser- und Naturschutzbehörde aktenkundig gemacht und seitens der HGON (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) dankenswerter Weise auch zur Anzeige gebracht.

Dass dies bei Weitem kein Einzelfall ist, konnte man z.B. im Februar 2017 auch an diesem Beispiel aus dem Odenwald sehen: >>> !! (s. auch: >>> !). Welche Mengen dabei tatsächlich ausgetreten sind, ist im Übrigen nur von untergeordnetem Belang, denn für viele im Wasser lebende Tiere sind bereits geringste Mengen toxisch.

Wie eingangs bereits betont, stellt der 'Hauser Wald' eines der in der Region letzten Gebiete mit reinstem Quellwasser ohne (bislang!) nennenswerte Immissionen (Dünger, Abwässer, Straßenabrieb, Flächenabspülung, Agrargifte etc.) dar! Das zeigen zahlreiche der in den Quellen und Kleingewässern (noch!) lebende Organismen, die uns hier als hochempfindliche und bedeutende Bioindikatoren dienen können! Er ist damit weitaus wertvoller als jede noch so hohe (!) Ausgleichszahlung an eine Gemeinde - mögen die Aussichten auf Zusatzeinnahmen bei klammer Kassenlage auch noch so bestechend sein!!

 

Der 'Hauser Wald' ist ein "Quellen-Wald"!

Durch den speziellen Verlauf von Wasserscheiden - z.B. jener zwischen Elb- und Lasterbach - ist der 'Hauser Wald' durch eine außergewöhnlich große Anzahl an Quellaustritten gekennzeichnet. Tümpel- und Versumpfungsquellen bilden zusammen mit den zahlreichen Quellgerinnen ein Biotop-Verbundsystem von enormem Wert für den gesamten Naturhaushalt. Zusammen mit speziellen Datenerhebungen zu Flora und Fauna wird dies Gegenstand von wissenschaftlichen Gutachten sein, die derzeit auf ehrenamtlicher Basis verfasst werden (GUCKELSBERGER & RITTWEGER in Vorb.).

 

 

Versumpfungsquellen (Helokrene) bei WEA Standort 10 / Dornburg-Langendernbach

 

Dass wir dieses Schutzgut für nachfolgende Generationen um jeden Preis schützen und erhalten müssen, sollte indes eigentlich bereits jetzt schon zu begreifen sein ...

 

Biodiversität  -  Schwarzstorch, Uhu, Haselmaus und Roter Milan

Wer bis an diese Stelle vorgedrungen ist und aufmerksam gelesen hat, dem ist längst klar, dass der 'Hauser Wald' alles andere als ein eintöniger Buchen- und erst recht kein “wertloser” Fichten-Stangenforst ist, sondern aus äußerst vielfältigen, struktur- und artenreichen Laubwaldbeständen sowie einem Mosaik von vielen weiteren Biotoptypen besteht, in denen tausende teils stark bedrohte und störungsempfindliche Arten leben.

Daneben ist der 'Hauser Wald' ein bedeutendes Rückzugsgebiet für wandernde Amphibien - sowohl als Winterquartier und im Bereich der vielen feuchten Tälchen auch als Refugium in den heißen Sommermonaten. Ein Mensch mit wirklichem Verantwortungsgefühl für die (im Moment so gern zitierte) Biodiversität (Artenvielfalt) würde im Traum nicht darauf kommen, derart große Industrie-Anlagen mitten in solch ein naturnahes Waldgebiet zu bauen! Angesichts der spezifischen naturräumlichen Ausstattung dürfte in diesen Bereichen gar nichts gebaut werden, vielmehr sollten diese unter umfassenden Schutz gestellt werden (!) ... und das lässt sich auch wissenschaftlich fundiert untermauern - zu gegebener Zeit, an geeigneter Stelle.

Als Beispiele für im 'Hauser Wald' zu beobachtende Tierarten seien an dieser Stelle stellvertretend nur der Schwarzstorch, der Uhu und die Haselmaus genannt. Trotz aller einzuhaltender Abstände und Wiederaufforstungs-Maßnahmen würden sie und viele weitere Arten hier ihren über Jahrhunderte gewachsenen und gewohnten Lebensraum verlieren.

Um ein Vorkommen der geschützten Haselmaus auszuschließen, wurden im Auftrag der Betreiberfirma ENERTRAG schon im Jahr 2015 sog. Bilchröhren aufgehängt, die von den Tieren als Nisthöhle angenommen werden sollten. Da an den Standorten (noch!) zahlreiche Baum-Veteranen (Habitats-Bäume) mit natürlichen Nistgelegenheiten vorkommen, ist es jedoch fraglich, ob damit ein sicherer Nachweis ihrer An- oder Abwesenheit am Standort gelingen kann.

 

Eine der im Auftrag d. Fa. ENERTRAG aufgehängten Bilchröhren am "Oberen Irmtrauter Weg", direkt am geplanten Standort für Windenergieanlage (WEA) Nr. 5.

 

Wie in einer von Hessen-Forst herausgegebenen Broschüre anschaulich geschildert, ist der Hauptgrund für den Rückgang der Haselmaus-Vorkommen in der Zerschneidung der Waldgebiete zu sehen! Damit wird klar, dass diesen Tieren in dem hier geplanten "Windpark-Wald" jegliche Existenz-Grundlage entzogen wird. Ein "Vergrämen" d.h. Vertreiben der Tiere in benachbarte Waldgebiete ist nicht möglich, da das Waldgebiet auch so schon von sich ausdehnenden Siedlungen, ständig größer werdenden Gewerbegebieten und stark befahrenen Straßen wie der B54 begrenzt wird.

Hinzu kommen die über einem Wald völlig unnatürlichen Dauer-Blinklichter bei Nacht sowie das Summen der Rotoren, welches das Konzert der Singvögel übertönen und die Kommunikation vieler weiterer Tier-Arten empfindlich stören wird. Tiere, die am oder im Boden leben (Fuchs, Dachs, Wald- und Rötel-Mäuse etc.) werden durch Bau und Betrieb der Anlagen (u. a. durch Bodenvibration) gleichsam ihre angestammte Heimat für immer verlieren.

Für Vögel und Fledermäuse sind natürlich auch die sich mit bis zu 300 km an den Spitzen drehenden Rotoren gefährlich. Sie werden dort nicht selten regelrecht zerhackt. Im Februar 2017 ist es Mitgliedern der "IG Gegenwind Hauser Wald" gelungen, per Film nachzuweisen, dass viele hundert Kraniche genau in der Höhe und am Ort der zu errichtenden Windräder ziehen. Dass die WEA entgegen der Beteuerungen der Betreiber eben nicht zuverlässig zur Zugvogelzeit abgestellt werden, zeigt das nachfolgende Beispiel aus dem Vogelsberg:

 

Von eine Windkraftanlage im Vogelsberg getöteter Kranich

(Quelle: http://www.gegenwind-vogelsberg.de/kranich-stirbt-durch-rotorblatt-einer-wka-in-helpershain/)

 

Wer nun glaubt, dass diese und viele andere im Internet zu findende Bilder absichtlich überzogen und übertrieben martialisch sind, um die Windkraft an sich in Misskredit zu bringen, der kann seine Beratungsresistenz z.B. hier >>> http://www.lugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.312579.de gezielt an offizieller Stelle abbauen. Die dort, in der sog. "Zentralen Fundkartei der Staatlichen Vogelschutzwarte im Landesamt für Umwelt Brandenburg" geführte Statistik, die nur (!) auf den tatsächlich gemeldeten Funden beruht, zeigt z.B. (Stand Feb. 2017), dass an WEA in Deutschland bislang 3.218 Fledermäuse sowie 3.307 Vögel getötet wurden. Auf dieser Seite können auch detaillierte Excel-Tabellen mit den Opfer-Zahlen für einzelne Arten (z.B. Roter Milan: 337, Weißstorch: 58 oder Schwarzstorch: 2) eingesehen bzw. herunter geladen werden. Die Dunkelziffer dürfte dabei um ein Vielfaches (!) höher liegen (s. entsprechende Filme und Bilder im Internet sowie unter "links" unten)!

Neben den genannten Schwarzstörchen fliegen über und im Hauser Wald viele weitere geschützte Arten z.B. der Uhu und der Rote Milan! Für Letzteren gibt es neben Fotos direkt über dem zukünftigen Windkraftanlagen (!) auch einen interessanten filmischen Beleg von P. Guckelsberger aus dem Frühsommer 2016 (>>> https://www.youtube.com/watch?v=naDL6Ry4VuY).

Im Juli 2016 ist daneben auch ein fotographischer Nachweis für den Schwarzmilan unmittelbar über dem betroffenen Waldgebiet gelungen. Auch wenn diese beeindruckende Vogelart in Mitteleuropa derzeit als nicht gefährdet gilt, ist sie für die Region Dornburg-Rennerod-Waldbrunn doch als Seltenheit zu werten.

 

Ein Schwarzmilan (Milvus migrans) über Waldbrunn-Hausen (Foto: T. Wüst, 22.07.2016)

 

"Wald-Lehr-Pfad und "Eisvogelweg"

Ein Vorkommen seltener Tierarten wie Schwarzstorch oder Uhu sollte eine Gemeinde in der heutigen Zeit doch eigentlich mit Stolz erfüllen und wäre eigentlich ein Grund, dieses Waldgebiet mit allen Mitteln zu schützen und sogar weitgehend für den Kfz-Verkehr zu sperren!

Wie grotesk wirkt angesichts der Windkraftpläne doch ein aus naturpädagogischen Überlegungen angelegter Wald-Lehr-Pfad, unmittelbar unter den geplanten Windkraftanlagen Nr. 3, 4, 8 u. 10!? Hier findet man u. a. eine Schautafel mit Informationen zum hier vorkommenden Schwarzstorch. Auf ihr ist u.v.a. zu lesen, dass diese Tiere neben Ruhe (!) ein außergewöhnlich großes, manchmal bis 1.000 ha großes Brutrevier brauchen, um Ihre Jungen aufzuziehen! Wie passt das zu einem angeblich ausreichenden Mindest-Abstand von 1.000 m zu einem Horst dieser Art?! Wenn man weiß, dass diese Tiere zur Nahrungsaufnahme folglich sowohl in das Elbtal im Westen als auch in das des Lasterbaches im Osten fliegen müssen, wirkt die Aussage: dass sie nicht über diesen Teil des Waldes fliegen (wo sie von den Rotoren getötet werden können) wie ein Stück aus dem Tollhaus! Im Juli 2016 wurden von mehreren Hauser Bürgern Schwarzstörche im Flug zwischen dem betreffenden Waldgebiet und dem Lasterbach-Tal beobachtet. Eine Kollision mit den Rotoren wäre demnach nur eine Frage der Zeit!

 

Schwarzstorch-Informations-Tafel am Wald-Lehr-Pfad Langendernbach direkt neben WKA Nr. 10 (Erläuterung im Text)

 

Gleichermaßen grotesk wirkt dann auch der zwischen Waldbrunn-Hausen (Birkenmühle) über Neunkirchen bis Westernohe verlaufende und unter natur-touristischen Gesichtspunkten angelegte "Eisvogelweg". Auf Schautafeln entlang des Weges wird u.a. auf weitere seltene Greifvogelarten wie den Schwarzmilan aufmerksam gemacht, der selbstverständlich gleichfalls ein Opfer der Rotoren werden könnte. Diese mit viel Aufwand errichtete landschaftliche Attraktion wird durch den Bau der Windkraftanlagen völlig ihren Reiz verlieren.

 

Betreten auf eigene Gefahr!

Selbst die BürgerInnen, denen die Natur in unserem Wald weitgehend egal ist, werden sich wundern, wenn an Ihrer beliebten Jogging- bzw. Walking-Strecke (d.h. an den dann ohnehin nicht mehr wieder zu erkennenden, zu kahlen, breiten Fahrstraßen mutierten Waldwegen) demnächst Schilder mit der Aufschrift "Betreten auf eigene Gefahr" stehen werden, die auf den im Winter im Bereich von Windrädern regelmäßig vorkommenden Eisbruch hinweisen. Die von den Rotoren bei bestimmten Wetterlagen umher geschleuderten Eisbrocken können nämlich in der Tat für Mensch und Tier lebensgefährlich sein.


 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

Archäologische Denkmäler, Boden-Funde und schützenswerte Landschaftsbestandteile

Eine Auswahl - zusammengestellt von Dr. H. Rittweger im Juni 2016
 

Ausschnitt der Topographischen Karte 25 Blatt 5414 Mengerskirchen mit den geplanten Windrädern sowie ausgewählten archäologischen Fundstellen und Landschaftsbestandteilen von (prä)historischer Bedeutung (verändert, H. Rittweger 06/2016)

 

1. - 3. Namen wie "Hohler Stein", "Herbertshöhl" oder "Unter der Steinritze", im Volksmund bzw. auf Hauser Platt als "Schtaaritz" (3.) bezeichnet sind ernst zu nehmende Hinweise auf bislang unentdeckte Steinkisten- bzw. Steinkammergräber aus der Jungsteinzeit. Dies beweist z.B. der identische Flurname "Hohler Stein" bei Hadamar-Niederzeuzheim mit dem anschaulich restaurierten Megaltihgrab in nur 5 km Entfernung (Luftlinie; s. dazu auch: SCHADE-LINDIG, S. (2004): Das Steinkammergrab von Niederzeuzheim. Führungsblatt zum rekonstruierten Galeriegrab der Wartberggruppe bei Hadamar-Niederzeuzheim "Hohler Stein", Kreis Limburg-Weilburg. Archäologische Denkmäler in Hessen 160. Wiesbaden http://geopark-wlt.de/den-geopark-entdecken/geotope/337-steinkammergrab-von-niederzeuzheim.html.) Bedauerlicher Weise wurde nahe beim "verdächtigen" Flurnamen "Unter der Steinritze" (s. o. Nr. 3.) auf dem Acker westlich vom Hirschberg vor wenigen Jahren ein solch seltenes und bemerkenswertes Bodendenkmal mit großer Wahrscheinlichkeit aus Unwissenheit zerstört: Die beim Pflügen störenden großen  Basaltplatten wurden herausgerissen und am Rand der K489 aufgeschichtet.

4. Auf einer Abraumhalde am Basalt-Steinbruch bei Elbtal-Elbgrund habe ich im Jahr 2000 Keramik-Scherben vorgeschichtlicher Machart entdeckt (Fundmeldung an das Landesamt f. Denkmalpflege Hessen (LfDH), Abteilung Archäologie, Wiesbaden). Vom damaligen Steinbruch-Betreiber wurde zudem eine menschliche Schädel-Kalotte bislang unklarer Zeitstellung übergeben (gefunden auf dem Förderband...), die in das LfDH, Außenstelle Marburg verbracht wurde. Diese Funde könnten in engem Zusammenhang mit den zuvor erwähnten möglichen jungsteinzeitlichen Spuren stehen! (Daneben sollte an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben, dass im Elbgrunder Steinbruch (unmittelbar unter dem Basalt) ein ca. 25 Millionen Jahre alter Ölschiefer erhalten ist, dessen Fossilerhaltung und wissenschaftliche Bedeutung den Vorkommen bei Nistertal-Enspel sowie bei Messel (Darmstadt) vergleichbar ist.

(RITTWEGER, H. (2000): Neue tertiäre Fossillagerstätte im Westerwald entdeckt. - In: Der Westerwald - Zeitschrift für Heimatpflege, Wandern und Naturschutz, 93. Jg., H. 4, 2000: 157. Hrsg. v. Westerwald-Verein, Montabaur. / FELDER, M., RADTKE, G. & KELLER, T. (2011): Ein Schwarzpelit-Vorkommen im Westerwald (Forschungsbohrung Elbtal-Elbgrund, Hessen). – Geol. Jb. Hessen, 137: 85–101, 9 Abb.; Wiesbaden. /  s. dazu auch:  http://www.mobileslandschaftsmuseum.de/spuren/basalt.htm)

5. Auf dem sog. "Paradies", eine Acker- und Wiesenfläche zwischen Lindenberg und "Hohler Stein" habe ich 1997 sicher datierte Keramik-Scherben aus der frühen Eisenzeit (Hallstatt, Stufe C) aus der Zeit um 700 v. Chr. gefunden (Fundmeldung LfDH Wiesbaden). Ob es sich um Siedlungs- oder Gräberreste handelt, lässt sich ohne wissenschaftliche Grabung nicht klären. Weitere vergleichbare Funde im nördlich anschließenden Waldgebiet sind deshalb nicht ausgeschlossen, zumal dort durchaus Spuren zu finden sind, die als Grabhügel, Wohnpodien oder ggf. auch Köhlerplatten gedeutet werden könnten!

6. Bei der sagenumwobenen "Wildweiberkirch", dem Wahrzeichen von Waldbrunn-Hausen, handelt es sich um eine beeindruckende Gruppe massiver Basaltfelsen (s. Abb. unten). Sie ist Teil einer langgestreckten SW - NO verlaufenden Basaltdecken-Stufe. Zahlreiche Untersuchungen an vergleichbaren Lokalitäten in Hessen zeigen, dass an solchen sog. "Wildleute-Orten" immer auch mit besonderen Funden aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit zu rechnen ist (vgl. LÖBER, K. 1964: Wildleute-Orte an der Lahn und im Westerwald. In: Hessische Blätter für Volkskunde. Bd. 55, S. 141–164). Längst überfällig ist, dieses imposante Geotop zu einem Naturdenkmal zu erklären. 

(s. Foto auf:  http://www.mobileslandschaftsmuseum.de/spuren/basalt.htm)

7. Durch den "Lattendel" und "Erbsentriesch" (vgl. Karte u. Luftbild oben) führte einst eine nach W. Görich um das Jahr 720 eingerichtete Karolingische Königstraße, die sog. "Alte Landstraße durch den Forstwald" (GÖRICH, W. 1948: Frühmittelalterliche Straßen und Burgen in Oberhessen. Dissertation, Universität Marburg; vgl. auch RUDERSDORF, W. 1998: Chronik Hausen. Geschichte eines Westerwalddorfes: S. 38). Auf der "Weberschen Karte des Fürstentums Hadamar" von 1713 ist diese "Alte Landstraße ..." noch eingezeichnet. Bislang gibt es dazu keinerlei Untersuchungen vor Ort, gleichwohl ist an solch alten Handelswegen immer mit besonderen Funden zu rechnen. Im Zuge evtl. Bauarbeiten in diesem Bereich ist deshalb gleichermaßen eine archäologische Baubegleitung zu fordern.

8.  Ca. 200 m nördlich des Gipfels vom "Hohlen Stein" (in Hausen mitunter auch "Hasenkopf" genannt) habe ich im Jahr 2002 einen im Laub liegenden, vollkommen gereinigten (!) historischen Grenzstein aus Lahnmarmor gefunden (Koordinaten: R 34 34 710  H 56 00 100). Während im zugespitzten Sockel, der einst in der Erde steckte, sehr schöne Fossilien aus dem Devon-Meer zu erkennen sind, lässt der obere zu einem Rundbogen ausgemeißelte Teil die Inschrift " O  N " für Oranien-Nassau erkennen, was eine Datierung in die Mitte des 18. Jahrhunderts wahrscheinlich macht. Nach Meldung des Fundes beim LfDH Wiesbaden (Dr. Pachali) wurde deutlich, dass dieser hier wohl an sekundärer Stelle (von einem "reuigen Sammler"?) abgelegt wurde. Da leider nicht zu rekonstruieren war, wo genau er einst als Markierung diente, war zu entscheiden, was damit passieren sollte. Eine gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Heimatforscher W. Rudersdorf angestellte Überlegung, ihn ins Heimatmuseum Ellar zu überführen, wurde bislang nicht in die Tat umgesetzt, da dieses bereits einen ähnlichen Stein in seinen Beständen hat. Ob dieser bemerkenswerte Fund hier tatsächlich einst als Grenzstein oder als Meilenstein an der zuvor erwähnten mittelalterlichen Straße (7) diente, lässt sich bislang nicht sagen. Vor evtl. Aushubarbeiten sollte hier indes eine intensive Suche nach weiteren Belegen für eine historische Grenze stehen!

9. Mit diesem (zuvor behandelten) historischen Grenzstein (8) in Zusammenhang stehen könnte z.B. die senkrecht stehende Basaltsäule an der nördlich gelegenen Wegekreuzung (markiert zugleich die Grenze Hessen - Rheinland-Pfalz), die im Volksmund als  "Langer Schtaa" (Langer Stein) bekannt ist. Zahlreiche Parallelen in Hessen lassen jedoch auch den Schluss auf eine möglicherweise viel ältere Zeitstellung zu: Es könnte sich nämlich ursprünglich durchaus um einen sog. "Menhir" aus der Zeit der sog. Megalith-Kulturen der Jungsteinzeit handeln, was wiederum zu den zuvor erwähnten potentiellen Standorten für entsprechend alte Steinkammergräber (1-3) passen würde!

10 (auf der gesamten Fläche, deshalb ohne Karteneintrag). Schließlich muss erwähnt sein, dass im betreffenden Waldgebiet an vielen Stellen die sog. Laacher-See-Tephra (= Laacher Bimstuff) erhalten geblieben ist, eine ca. 12.900 Jahre alte Vulkanasche vom Ende der letzten Eiszeit. Sie deckt hier mit bis zu 2 m Mächtigkeit eine ehemalige Oberfläche aus der sog. Alleröd-Zeit ab. Die späteiszeitliche Oberfläche wurde dadurch konserviert, d.h. vor nacheiszeitlicher Abtragung und Bodenbildung bewahrt, so dass einzigartige Befunde vom Ende der Altsteinzeit erhalten geblieben sein könnten! Das gilt insbesondere für die zahlreich vorhandenen Feuchtböden und -sedimente, weil hier in aller Regel auch organisches Material erhalten geblieben ist. Es gibt im Hauser Wald mehrere Bereiche (z.B. östlich v. Langendernbach) mit "Verdacht" auf ehemalige Seen und/oder Moore, denen möglicherweise eine überregional bedeutende Funktion als landschaftsgeschichtliche Archive zukommt! Paläontologische Baubegleitungen wären hier zwingend! Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass sich auf der Laacher-See-Tephra an einigen Stellen eine sog. "Lockerbraunerde" ausgebildet hat - eine seltene und bemerkenswerte Bodenbildung, die im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus ein besonderes geotouristisches Potenzial besitzt.

11 (auf der gesamten Fläche, deshalb ohne Karteneintrag). Hinzu kommt dass diese Vulkanasche in früheren Zeiten aus sog. "Sand-Kauten" entnommen wurde, um Material für Mörtelarbeiten zu gewinnen. Zusammen mit zahlreichen "Pingen", die kulturhistorische Zeugnisse von früheren Bergbautätigkeiten unterschiedlicher Zielsetzung darstellen, sind somit im betreffenden Waldgebiet eine ganze Reihe besonderer Bodendenkmäler erhalten, die nicht undokumentiert zerstört werden dürfen!

 

Fazit

Insgesamt wird deutlich, dass in der betreffenden Region schon viele prä- und kulturhistorische Zeugnisse undokumentiert zerstört worden sind. Neben deutlich verbesserten arten- und naturschutzrechtlichen Voruntersuchungen ist deshalb in jedem Fall auch eine denkmalfachliche Baubegleitung zu fordern! Eine diesbezügliche Anfrage/Mitteilung seitens der IG Gegenwind an die zuständige Fachbehörde (Frau Dr. S. Schade-Lindig, hessenARCHÄOLOGIE, Schloss Biebrich / Ostflügel, 65203 Wiesbaden v. 19.09.2016) blieb leider ohne jegliche Reaktion.
 

 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

Infraschall - Wertverlust der Immobilien?

 

Dass sieben derart hohe Windräder in einer Entfernung von großenteils nur knapp über 1.000 Metern deutlich im Dorf zu hören sein werden, dürfte wohl außer Frage stehen.

Viel wichtiger als der hörbare Schall, ist jedoch die Frage nach den nicht hör- aber eindeutig mess- und spürbaren Infraschall-Emissionen.  Über deren Auswirkungen auf Mensch und Tier gibt es derzeit sehr widersprüchliche wissenschaftliche Untersuchungen bzw. Aussagen (s. zahlreiche Beiträge im Internet unter diesem Suchbegriff sowie weiter unten unter: "Links und weitergeh. Informationen"). Hier mag sich jeder sein eigenes Bild machen.

Sehr nachdenklich stimmt jedoch, dass es inzwischen sogar eine Kennziffer der Krankenkassen für die Anerkennung der Gesundheitsschäden durch Infraschall verursacht von Windkraftanlagen gibt: ICD-10-GM2010-CODE T75.2. (Schwindel durch Infraschall als behandlungsbedürftige Krankheit)! Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information in Köln (DIMDI) hat die Vergabe des ICD-Codes (www.dimdi.de) vorgenommen (s. dazu auch unten unter: "Links und weitergehende Informationen").

Offenbar kann derzeit niemand mit absoluter Sicherheit ausschließen, dass dieser bei Dauerbelastung doch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Mensch und Tier führt! Sollte dies am Ende der Fall sein, wäre eine von vielen Folgen z.B. eine dramatische Entwertung der Immobilien vieler BürgerInnen von Hausen!

 

Bürger von Langendernbach, Neunkirchen und Irmtraut (VG Rennerod)

In diesem Zusammenhang sollte wohl auch dringend geklärt werden, ob sich die Bewohner des Neubaugebietes im benachbarten Neunkirchen (Rheinland-Pfalz, VG Rennerod) überhaupt schon bewusst sind, dass sich demnächst in nur rund 1.000 Metern Entfernung ein sicht- und hörbares Windrad drehen wird ... und auch die 6 weiteren geplanten WKA hier ihre Spuren hinterlassen werden.

Gleiches gilt für Dornburg-Langendernbach und Irmtraut ... wo bislang immer noch viel zu wenige Bürger über die möglichen Auswirkungen auf den Naturhaushalt und die Lebensqualität informiert sind!

 

 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

Kosten - Nutzen - Profitinteressen

 

Waren "kurz nach Fukushima" sowie dem unmittelbar nachfolgenden überraschenden Beschluss zum Atomausstieg noch alle zutiefst verunsichert, wird der Sinn von großen Windkraftanlagen nun selbst von Fachleuten - auch und gerade von Wirtschaftswissenschaftlern! - zunehmend angezweifelt, da sie aus vielfachen Gründen in nur geringem Maß zur CO2-Reduktion beitragen können. Einer der Gründe ist, dass der Windstrom kaum zu speichern ist, so dass in Spitzenzeiten sehr viel Strom produziert wird, der dann ins Ausland verkauft wird, während die konventionellen Kraftwerke trotzdem weiterlaufen müssen (!), um keinen Engpass in windschwachen Zeiten zu riskieren. Obwohl es in der BRD inzwischen rund 26.000 WKA gibt, konnte bislang nicht ein einziges herkömmliches Kraftwerk abgeschaltet werden und noch schlimmer: Auch die CO2-Bilanz hat sich in den vergangenen 5 Jahren nicht einen Deut zum Besseren gewendet!

Und das ist auch der Grund, weshalb nicht nur namhafte Physiker sondern auch Wirtschaftswissenschaftler der Windkraft zunehmend mit Skepsis begegnen – und das sind beileibe nicht alles notorische Querulanten mit Halbwissen aus dem Internet. Als eben solche versuchen die Windkraftbetreiber jedoch sämtliche Skeptiker immer wieder gerne öffentlich bloß zu stellen - das durften auch wir im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus von Waldbrunn-Hausen am 05. September 2016 hinlänglich erfahren ...

Wer sich jedoch wirklich einmal ernsthaft und intensiv mit diesem Thema befasst, der wird erkennen, dass der derzeitige Windkraftausbau ein Irrweg ist (s. dazu unbedingt unter "links" unten: "Das Problem lässt sich nur global lösen - Professor Dr. Hans-Werner Sinn - Symposium der Vernunft" sowie "Woran die Windkraft scheitern wird"!).

Und genau darum bitten wir Sie, liebe Besucher(innen) dieser Seite: Befassen Sie sich bitte mit allen Facetten dieser komplexen Frage(n)! Manche Erkenntnis braucht schlicht und ergreifend Zeit ... nicht wenige unserer aktiven Mitstreiter haben ihr diesbezügliches Wissen erst kürzlich erworben und deshalb auch ihre Ansicht(en) erst kürzlich geändert ...

 

Gibt es denn überhaupt sinnvolle Alternativen?

Definitiv ja  ... vor allem durch konsequentes Energie-Sparen (s. dazu die "Gretchen-Frage" am Ende dieser Seite) und die Errichtung von vielen kleineren Anlagen an geeigneten Standorten und diese gehören dann in Bürgerhand! Das bietet den entscheidenden Vorteil, dass der meiste Strom dann gleich vor Ort verbraucht werden kann.

Große Windkraftanlagen sollten dagegen in jedem Fall nur in Bereichen errichtet werden, die ohnehin schon von industriellen bzw. infrastrukturellen Eingriffen beeinflusst sind: z.B. entlang von Straßen, Autobahnen und Bahnlinien. In großen geschlossenen naturnahen Waldgebieten haben sie definitiv nichts zu suchen! Diese werden durch ihren Bau und Betrieb so nachhaltig und drastisch verändert, dass das eigentliche Ziel: einen Beitrag zu Umwelt, Klima- und Naturschutz zu leisten, völlig konterkariert wird.

Hinzu kommt,  dass die durchschnittliche Volllastquote deutscher Windkraftanlagen aufgrund der Windverhältnisse unter 20% liegt! Das heißt, dass sie weniger als ein Fünftel ihrer möglichen Leistung erbringen! Eine Option für eine Versorgungssicherheit mit Strom sind Windkraftanlagen damit nicht (s.u. Vernunftkraft-Beitrag: "Warum Großwindkraftanlagen der Energiewende schaden!"). Diese geringen Auslastungsquoten, die sich auch nicht steigern lassen, spiegeln wider, dass der Zubau neuer Großwindkraftanlagen keinen weiteren Nutzen für eine ökologische Energiewende bringt!

Sollten das die Betreiber von Windkraftanlagen nicht eigentlich auch wissen? Kann es sein, dass es hier in erster Linie gar nicht um Klimaschutz für uns alle sondern um die Profitinteressen einiger weniger geht … der Wald den Windkraftanlagen nur deshalb weichen muss, weil hier aufgrund der Meereshöhe höhere Renditen zu erwarten sind? Die traurige Wahrheit ist, dass wir alle über die sog. EEG-Umlage (derzeit 6,88 Cent pro Kilowattstunde) derzeit nicht für eine echte und ehrliche Energiewende sorgen, sondern überwiegend den Profit von einigen wenigen finanzieren, denen Natur und Umwelt mehrheitlich völlig egal sind und von denen nicht wenige ohne mit der Wimper zu zucken gleichermaßen in Kernenergie investieren würden (s. dazu auch "Kleine Beispielrechnung" unten !). Am Ende finanzieren wir damit dann sogar selbst die Zerstörung unseres Waldes (s.u. Vernunftkraft-Beitrag: "Wofür wir am Ende unseren Wald opfern!")!

Auf Ihrer Internet-Präsenz brüstet sich auch die hier investierende Fa. ENERTRAG mit der besonderen Umweltfreundlichkeit ihrer Energiegewinnung. Was diese Firma tatsächlich von Naturschutz bzw. von einem behutsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen hält, war bereits im Mai 2016 zu erfahren, als mitten in der Brut- und Setzzeit an einigen der geplanten WKA-Standorten illegale, d.h. nicht von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigte Bohrungen zur Baugrunderkundung mit schwerem Gerät durchgeführt wurden ... und nach Protesten dann in den Herbst verlegt werden mussten. Und auch in 2017 ging es nahtlos weiter mit den Umweltsünden (durch von ENERTRAG beauftragten Sub-Unternehmen). Über den Öl-Unfall wurde ja bereits weiter oben berichtet. An gleicher Stelle wurde jedoch auch ein Graben (incl. Quellschüttung) unerlaubterweise mit mehreren Tonnen Splitt verfüllt. Die Behörden wurden seitens der IG Gegenwind auf diese Vorgehensweise hingewiesen und haben umgehend auf die Entfernung des Splittes hingewirkt. Zudem wurde am geplanten Standort der WEA 8 div. Plastikmüll einfach im Wald liegen gelassen ... . Jeder aufmerksame Leser dieser Zeilen darf sich nun fragen, welches Schlachtfeld erst die geplanten Bauarbeiten in diesem empfindlichen Ökosystem hinterlassen würden! Das Thema Umweltschutz und ein behutsamer Umgang mit den natürlichen Ressourcen sowie die Beachtung der geltenden Gesetze scheinen bei diesen Projektierern jedenfalls nur auf dem Papier zu existieren.

 

Nicht genehmigte, illegale Baugrund-Bohrung an einem der WKA-Standorte (Foto: Th. Blum, 03.05.2016)

 

Kann es außerdem sein, dass - wie schon an vielen Orten geschehen – auch die Zustimmung unserer Gemeinde durch Versprechungen finanzieller Art regelrecht erkauft wurde?

Und sollten bei einem derart drastischen und generationenübergreifenden Einschnitt die Bürger von Hausen nicht vorher und direkt gefragt werden, wenn Ihr „Hauser Wald“ auf Kosten von Mensch und Natur geopfert werden soll?!


 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

Rückblick(e)

 

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18. Dezember 2016

Merenberg hat abgestimmt:

 

Mit der eindeutigen Mehrheit von 60,07 % wurden Windkraftanlagen im dortigen Wald abgelehnt !!

Und die Waldbrunner Bürger?  Werden gar nicht erst gefragt ...

 

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Anti-Windkraft-Demonstration am

01. Dezember in Wiesbaden

 

 

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25. November 2016

!! Anonyme Umfrage zur Windkraft !!

 Es wird immer wieder behauptet, dass die Windkraft uneingeschränkt auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung stoße. Nach unserer Erfahrung ist jedoch das konkrete Gegenteil der Fall. Um ein möglichst präzises Meinungsbild öffentlich kommunizieren zu können (die Ergebnisse sollen in einen Blog-Beitrag münden...), hatten wir deshalb ab Oktober auch alle Besucher dieser Seite gebeten, sich an einer von Frau H. Lachnit  (freie Journalistin aus Limburg) über www.surveymonkey.de initiierten Umfrage zu beteiligen!

 

Ende November 2016 zeichnete sich dabei bereits folgendes Meinungs-Bild ab:

 

Von 887 (= 100 %) Personen, die bis dahin teilgenommen hatten,

 lehnen 77,2 % Windkraft grundsätzlich ab,

15,6 % akzeptieren sie, jedoch nur außerhalb des Waldes (!),

4,7 % stimmen dafür, fordern jedoch 1.000 m Abstand zum Ortsrand

und nur 2,5 % sind uneingeschränkt für Windkraft.

 

Da muss sich die Politik doch wohl dringend überlegen, ob der derzeit eingeschlagene - wirklich der richtige Weg ist, die Bürger auf dem dringend notwendigen Weg in ein Zeitalter der alternativen Energien mitzunehmen !!

 

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Öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung am

28. September im DGH Waldbrunn-Fussingen

 

Der uns interessierende Punkt zur Stellungnahme der Gemeinde im Genehmigungsverfahren Windfeld Westerwald II wurde unter TOP 7 geführt.   

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Im Vorfeld dieser Sitzung wurde erneut ein öffentlicher Aufruf verfasst (IG Gegenwind 22. 09.2016):

Die Fa. ENERTRAG informiert unsere Gemeindevertreter - aber wie?

Offenbar versucht ENERTRAG unsere Gemeindevertreter davon zu überzeugen, dass eine Öffentlichkeitsbeteiligung auch ohne Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) möglich sei. Bemerkenswert ist, wie man dabei vorgeht:

Es wird suggeriert, eine öffentliche Auslegung der Planunterlagen, welche unter bestimmten Voraussetzungen bei einem vereinfachten Genehmigungsverfahren nach § 19 Abs. 3 BImSchG ( s. >>>) vorgesehen ist, sei doch eine Beteiligung der Öffentlichkeit.

Welch ein Hohn !!!

Es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob die Planunterlagen nur öffentlich ausliegen, oder ob - wie nur bei einer UVP möglich (!) - in einem ÖFFENTLICHEN ERÖRTERUNGSTERMIN zusätzlich zu einer Auslegung der Pläne auch die Einwendungen der Bürger und der Naturschutzverbände VOR DEN AUGEN DER ÖFFENTLICHKEIT VERHANDELT, ABGEWOGEN UND ENTSCHIEDEN WERDEN!

Davor hat man wohl Angst? Warum soll denn so im Verborgenen über unsere Hinweise und Einwendungen entschieden werden? Darüber mag sich jeder seine Gedanken machen. Man scheut die öffentliche Auseinandersetzung mit den Einwendungen der Bürger und der Naturschutzverbände.

Man will keine Zeit verlieren und hat möglicherweise sogar etwas zu verbergen! Deswegen auch der Antrag auf Sofortvollzug!?

DENN ZEIT IST GELD, meine Damen und Herren !!!

Darum, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, lasst Euch nicht vor die Tür setzen, wenn über Eure Bedenken entschieden wird! Lasst nicht zu, dass Eure Einsprüche zum Schutz Eurer Belange durch den Sofortvollzug der Genehmigung wirkungslos werden.

Wendet Euch an Eure Gemeindevertreter und fordert von ihnen eine Entscheidung FÜR eine UVP und GEGEN den Sofortvollzug !!!

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Leider war der Ablauf dieser Gemeinde-Vertreter-Sitzung vor allem durch parteipolitisches Geplänkel geprägt, da CDU und SPD offenbar grundsätzlich nicht für von der Bürgerliste eingebrachte Anträgen stimmen (können?) - und seien sie auch noch so gut formuliert. Auf Außenstehende - vor allem auf die auch zahlreich erschienenen jungen Leute - hatte dieses Verhalten gewiss eine ausgesprochen abschreckende Wirkung, die der vielzitierten Politik-Verdrossenheit lokal ohne jeden Zweifel weiteren Vorschub leistete ...

Immerhin wurde nach langem (und völlig unnötigem!) Hin und Her (sowie zum Glück von der Bürgerliste beantragter namentlicher Abstimmung) dann doch mit einer Stimme Mehrheit (!) gegen den seitens ENERTRAG beantragten "Sofortvollzug" sowie auch für die Durchführung einer UVP gestimmt - wenngleich mit einer seitens der SPD eingebrachten viel zu laschen Formulierung: "sollte durchgeführt werden" ...

Im Fazit also wahrlich keine "Sternstunde der Kommunal-Politik" - jedoch ein weiterer klarer Erfolg der von der IG Gegenwind Hauser Wald geleisteten Überzeugungsarbeit.

 

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Öffentliche Sitzung des Bau- und Finanzausschusses

21. September im DGH Waldbrunn-Fussingen

 

Zunächst besuchten wir die Öffentliche Sitzung des Bau- und Finanzausschusses der Gemeinde Waldbrunn zu der auch drei (!) Vertreter der Fa. ENERTRAG geladen waren. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Letztere an dieser Stelle versucht haben, die Gemeindevertreter vehement davon zu überzeugen, dass man von einer UVP (Umweltverträglichkeits-Prüfung) doch absehen könne, da man ja ohnehin ein öffentliches Verfahren beantragt habe ... Gleiches galt für den ebenfalls beantragten "Sofortvollzug" (= Möglichkeit zur sofortigen Umsetung (=Rodungen) bei Baugenehmigung durch das RP (Regierungspräsidium in Gießen). Warum wohl? ...

Im Vorfeld dieser Sitzung wurde jedoch seitens der IG Gegenwind der nachfolgende Aufruf sowie Brief an den Bürgermeister verfasst:

>>> Ein dringender Appell und offener Brief an Herrn Bürgermeister Peter Blum sowie sämtliche Gemeindevertreter von Waldbrunn:

Bitte verhindern Sie die standrechtliche Liquidierung unseres Waldes ohne Rechtsschutz für die Natur durch den evtl. seitens der Fa. ENERTRAG beantragten "Sofortvollzug" im Falle einer erteilten Bau-Genehmigung!

Dies käme einer rechtlichen Entmündigung der Waldbrunner Bürger gleich!

Bereits während der "Wald-Exkursion" am 10. September 2016 (s.u.) hat die "IG Gegenwind Hauser Wald" anschaulich zeigen können, dass durch die Errichtung der Windkraftanlagen im betreffenden Waldgebiet weitaus mehr intakte Natur und Lebensqualität verloren geht, als durch den Vorhabenträger bislang öffentlich gemacht! Dies werden wir auch anhand fundierter Gutachten von ausgewiesenen Fachleuten sowie mit Unterstützung der HGON, als anerkanntem Naturschutzverband, hinlänglich untermauern.

Bitte stimmen Sie deshalb für ein förmliches Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) !!   <<<

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IG Gegenwind Hauser Wald                                                                 Waldbrunn, den 15.09.2016

Gemeindevorstand der Gemeinde Waldbrunn
Herrn Bürgermeister Peter Blum
Hauser Kirchweg
65620 Waldbrunn

Windpark im Hauser Wald;
hier: Ihre Stellungnahme als Träger Öffentlicher Belange; Nachbesserung des ENERTRAG-Vertrages

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir danken nochmals für Ihre Teilnahme an unserer Waldexkursion am letzten Samstag. Wir hoffen, wir konnten auch Ihnen deutlich machen, dass wegen der sehr hochwertigen Naturausstattung des Hauser Waldes die Naturschutzbelange im Rahmen des nun vom Vorhabenträger angestoßenen Genehmigungsverfahrens sehr sensibel betrachtet werden müssen. Auch haben Sie sicherlich das sehr engagierte Interesse der Öffentlichkeit an den Windparkplanungen und die Sorge darüber, dass rechtliche Belange von Bürgern betroffen sein könnten, wahrgenommen. Mittlerweile haben sich deutlich mehr als 50 % der Hauser Bürger mit ihrer Unterschrift gegen Ihre Windparkplanungen ausgesprochen.

Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie dringend auffordern:

• Setzen Sie sich im Rahmen Ihrer Beteiligung am Genehmigungsverfahren als Träger Öffentlicher Belange dafür ein, dass ein förmliches Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt wird. Nur so können Sie glaubhaft machen, dass für Sie maximale Transparenz nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern - durch eine öffentliche Auslegung der Pläne mit Abwägung aller Schutzgüter in einem öffentlichen Erörterungstermin (v. a. Schutzgüter Mensch, Natur, Wasser) - auch verwirklicht wird.

Sie selbst, aber auch der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste, haben in Ihren Antworten auf unsere Fragen deutlich zum Ausdruck gebracht, dass Sie hinsichtlich der Beachtung der Naturbelange vor allem auch auf das Genehmigungsverfahren selbst setzen und vertrauen. Im Genehmigungsverfahren mit UVP haben alle betroffenen Bürger, aber auch die anerkannten Naturschutzverbände gesetzlich formalisierte Möglichkeit für ihre Belange Rechtsschutz zu erhalten.

Leider wird dieser Aspekt der Öffentlichkeitsbeteiligung in letzter Zeit zunehmend dadurch unterlaufen, dass Vorhabenträger von Windparks den Sofortvollzug einer erteilten Genehmigung beantragen. Dies würde bedeuten, dass - trotz eventuell anhängiger Widersprüche oder gar Klagen von in ihren Rechten betroffenen Waldbrunner Bürgern - der Hauser Wald sofort gerodet, die Windräder errichtet und damit ggf. unrevidierbare Fakten geschaffen werden können. Eine sofortige Vollziehung würde also wegen der dann fehlenden aufschiebenden Wirkung möglicher Einsprüche oder Klagen die Waldbrunner Bürger faktisch rechtlich entmündigen.

• Bitte bringen Sie deshalb unverzüglich in Erfahrung, ob ENERTRAG für die Genehmigung des Hauser Windparks ebenfalls den Sofortvollzug einer möglichen Genehmigung beantragt hat. Sollte dies der Fall sein, setzen Sie sich als unser Bürgermeister mit Nachdruck gegen einen Sofortvollzug und somit dafür ein, dass alle Waldbrunner Bürger, aber auch die Natur im Hauser Wald vollumfänglichen und uneingeschränkten Rechtsschutz im Genehmigungsverfahren genießen.

Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie diese Belange sofort und unverzüglich in der nun anstehenden Entscheidung der Genehmigungsbehörde über die Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung mit Beteiligung der Öffentlichkeit aufgreifen und als Träger Öffentlicher Belange in das Verfahren einbringen würden.

In Ihrer Eigenschaft als Vertragspartner der ENERTRAG fordern wir Sie auf, auch auf diesem Wege Ihre Erwartung an das Genehmigungsverfahren hinsichtlich der sorgfältigen Abwägung der Naturschutzbelange aktiv zu gestalten:

• Treten Sie in Vertragsverhandlungen mit der Vorhabenträger und verlangen Sie folgenden Nachtrag zum Vertrag:
„Der Vorhabenträger verpflichtet sich gegenüber dem Waldbesitzer, im Genehmigungsantrag nicht den Sofortvollzug eines eventuellen Genehmigungsbescheides zu beantragen.“

Nur so können Sie glaubhaft Ihrer Verpflichtung als öffentlicher Waldbesitzer gem. § 2 Abs. 4 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) nachkommen.

Die Vorsitzenden der Fraktionen in der Gemeindevertretung erhalten einen Abdruck dieses Schreibens, verbunden mit der Bitte, unverzüglich einen entsprechenden Beschluss der Gemeindevertretung herbeizuführen.

Sie gestatten auch, dass wir dieses Schreiben auf der Internetseite der IG Gegenwind veröffentlichen und im Rahmen unserer Pressearbeit verwenden.

Mit freundlichen Grüßen
 

Für die IG Gegenwind Hauser Wald:

Stefan Wingenbach, Emil-Hurm-Str. 9; Dr. Holger Rittweger, Lindenstr. 8; Paul Guckelsberger, Friedhofstr. 9; Josef Benischke, Emil-Hurm-Str. 6; Ralf Schnepf, Langstr. 63, 65620 Waldbrunn-Hausen


Abdrucke dieses Briefes gehen an die Vorsitzenden der Fraktionen in der Gemeindevertretung

mit der Bitte, den Anspruch der Hauser Bürger auf vollumfänglichen Rechtsschutz im Genehmigungsverfahren durch Ablehnung einer möglicherweise beantragten Anordnung eines Sofortvollzuges in entsprechender Weise zu unterstützen.
Wir bitten unsere Gemeindevertreter daher dringend, den Bürgermeister durch Beschluss der Gemeindevertretung zu Nachverhandlungen des Vertrages mit der ENERTRAG im oben dargelegten Sinne aufzufordern.

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Eine "besondere Wald-Exkursion" im Rückblick

10. September 2016

 

Da unsere Gemeinde es bis dato versäumt hatte, in ausreichendem Maße darüber zu informieren, wie massiv die geplanten Eingriffe im Wald zwischen Hausen, Langendernbach, Irmtraut und Neunkirchen sein werden und welche Folgen für Natur, Landschaft, Lebensqualität, Erholung und Freizeitaktivität zu erwarten sind, lag es allein an der IG Gegenwind, den zahlreichen Teilnehmern vor Augen führen, welche Flächen gerodet, welche beliebten und traditionellen Waldwege ruiniert und wie viel intakte Natur hier geopfert werden soll. 

 

 

Unter den mehr als 150 Teilnehmern konnten wir (wenngleich verspätet) auch Herrn Bürgermeister Peter Blum, bedauerlicherweise  aber nur drei der gewählten Gemeinde-Vertreter vor Ort begrüßen. Eine allein durch die IG finanzierte Privat-Anzeige im Lokalblatt "Waldbrunner Nachrichten" hatte wohl nicht genügt, um klar zu machen, dass es hier um nicht weniger geht, als das höchste Gut im ländlichen Raum: eine intakte Naturlandschaft.

Daneben durften wir auch zwei Vertreter der Fa. ENERTRAG willkommen heißen. So konnten diese zu ihren Bauplänen direkt Stellung nehmen und z.B. bestätigen, dass mehr als 80.000 qm (mehr als 11 Fußballfelder) Wald gerodet ..., die bestehenden Waldwege zukünftig in Kurvenbereichen bis zu 20 m Breite einnehmen würden und dass auch ganz neue Trassen durch einen intakten Laubwald mit z.T. nach Bundesnaturschutzgesetz geschützten Biotoptypen, Quellen und zahlreichen geschützten Tierarten geschlagen und Unmengen an Splitt aufgeschüttet werden ..., oder dass im Bereich von Steilstellen sogar (vorübergehend) eine Teerdecke (im Wasserschutzgebiet ...) aufgebracht werden muss. Diese werde aber später zurückgebaut und der Boden wieder in seinen "Original-Zustand" gebracht ... eine Vorstellung, die einen Bodenkundler (zum Glück nur für wenige Sekunden) sprachlos machte ...

 

 

Wir konnten u.v.a. zeigen, welche Bedeutung die zahlreichen Feuchtstellen für die vielen wandernden Amphibien haben, welch majestätische, teils mehr als 120 Jahre alten Buchen gefällt würden und wie sehr selbst die an den Waldwegen stehenden Baum-Veteranen (u.a. mehr als 100 Jahre alte Weißtannen) durch die Wege-Verbreiterung incl. Bodenverdichtung durch Schwerlastverkehr  leiden würden ... ergo, welchen Schaden das Gesamt-Ökosystem incl. Grundwasser-Neubildung, Mikro- und Meso-Klima sowie die lokale Artenvielfalt nehmen wird.

Sehr ergreifend war schließlich auch eine im Wald an traditionsreichem Ort angeregte Schweigeminute (unter einem schon vor 50 Jahren angebrachten Wege-Kreuz) für die "Stille des Waldes", die an dieser Stelle so möglicherweise nie wieder genossen werden kann ... wenngleich nicht viel später zum Abschluss noch die klare Ansage erfolgte, dass die Betreiber und Befürworter dieser Natur-Vernichtung in jedem Fall mit weiterem und entschlossenem Widerstand zu rechnen haben ...

Insgesamt war diese Waldbegehung incl. Begleitausstellung und Info-Stand somit eine außerordentlich gelungene Veranstaltung, die zwar viele betroffene, schockierte und ratlose Bürger hinterlassen hat .., für die die "IG Gegenwind Hauser Wald" jedoch überwältigend großes Lob erfahren hat ... so dass sich das teilweise bis zur Erschöpfung reichende Engagement rückblickend mehr als bezahlt gemacht hat ...

Vielen Dank allen Teilnehmern und fleißigen Helfern sowie der HGON für die Unterstützung!

s. auch:   >>> http://hl-journal.de/windkraft-in-waldbrunn-buergerinformation-und-ortsbegehung/

 

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"Bürger-Informationsveranstaltung" am

05. September in Waldbrunn-Hausen

 

Am 05. September 2016 hatten die Gemeinde Waldbrunn zusammen mit der Fa. ENERTRAG zu einer Bürger-Informationsveranstaltung im DGH Waldbrunn-Hausen eingeladen. Es wurde ein Bild vermittelt, als ob die Errichtung von 7 Windkraftanlagen mitten in einem naturnahen Laubwald überhaupt kein Problem für die Natur und Umwelt darstellte ... und man am Ende ja nur der Rettung des Klimas diene ... dabei sagt doch allein der Name dieser Firma mit 6:2 Buchstaben etwas ganz anderes ...

Die Powerpoint-Folien sind (wie versprochen) an dieser Stelle online gestellt und abrufbar:

>>> http://www.waldbrunn-westerwald.de/cms/wp-content/uploads/2016/09/WWII_BuergerInfo-zum-Thema-Windkraft-vom-05092016.pdf

 

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Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

Links und weiterführende Informationen

 

Umwelt, Natur, Artenschutz

>>> Spektrum der Wissenschaft (Jan. 2016)  -   Windkraft im Wald - mehr Schaden als Nutzen!

>>> Schockierende Fakten (unbedingt ansehen!): Drama am Himmel - Ein Film von Tierfilmer Andreas Kieling

>>> ! Fledermäuse - Tödliche Verwechslung! (wicht. Hinw. v. Chr. Hrbek)   >>> Frankfurter Rundschau 17.07.2017

>>> http://www.spektrum.de/news/windkraft-im-wald-mehr-schaden-als-nutzen/1392939

>>> Windkraft im Wald zerstört Leben - Frankfurter Rundschau, 11.11.2014

>>> Schwarzstorch - Bestand und Bedrohung

>>> http://www.bund-hessen.de/themen_und_projekte/natur_und_artenschutz/natur_erleben/h/haselmaus/

 

Windkraft, Technik, Infraschall, erneuerbare Energien, Alternativen

>>> Warum Großwindanlagen der Energiewende schaden! - https://www.youtube.com/watch?v=DijXCuUk5KI

>>> Woran die Windkraft scheitern wird!  >>>  https://www.youtube.com/watch?v=VPTVbrxWftY

>>> Wofür wir am Ende den Wald opfern ... - https://www.youtube.com/watch?v=KKocAFFTvuE

>>> Das Problem lässt sich nur global lösen - Professor Dr. Hans-Werner Sinn - Symposium der Vernunft

>>> Wir alle zahlen für den Profit von wenigen  >>> Windiges Geld - Reportage des NDR

>>> Sturm auf die Windräder - http://www.welt.de/print/wams/article157250713/Sturm-auf-die-Windraeder.html
(Ein unbedingt lesenswerter Artikel (aus der Welt am Sonntag, v. 24.07.16), der zeigt, dass es hier längst nicht mehr nur um Windkraft und Energiewende sondern inzwischen auch um die Verteidigung von demokratischen Errungenschaften geht!)

>>> ! Krankenkassen und Infraschall:  http://www.ulrich-richter.de/fakten/gesundheit/infraschall/

>>> Ein interessantes Beispiel für kleine Windkraftanlagen als Alternative:  http://sheerwind.com/

...

Presse

>>> http://hl-journal.de/ig-gegenwind-hausen-kaempft-gegen-die-windkraft/

>>> http://hl-journal.de/ig-in-hausen-gegen-windkraft-aus-dem-dornroeschenschlaf-erwachen/

 

Älteres:

>>> http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Windkraft-in-Waldbrunn-Nein;art680,396613

>>> http://www.nnp.de/lokales/limburg_und_umgebung/Windkraft-fuer-Waldbrunn;art680,96279

 

Bemerkenswert:

Windkraftanlagen können nicht recycelt werden! 

(Danke für den Hinweise, Ralf!)


>>> http://www.capital.de/dasmagazin/unternehmen-windraeder-abfallentsorgung-remondis-recycling-8401.html

 

Schon 2015 jammerte die ENERTRAG über "grenzwertige (En)Erträge" in der Wirtschaftswoche:

>>> http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/energiewende-der-letzte-windstoss/12341416.html

 

und auch das sollte man wissen:

Teure Hinterlassenschaften – Die Rückbaukosten von Windrädern

>>>  http://ruhrkultour.de/teure-hinterlassenschaften-die-rueckbaukosten-von-windraedern/

 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

Zu guter Letzt ...

 

für die Freunde der Mathematik noch eine besondere

"Text-Aufgabe"

(von St. Wingenbach):

In der Gemeinde Waldbrunn gibt es gerundet ca. 6000 Einwohner. Die Gemeinde erhält 90.000 Euro Pachteinnahmen jährlich für die geplanten 3 Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet. Teilt man die 90.000 Euro durch die 6.000 Einwohner, ergibt sich ein Betrag von 15,- € pro Jahr und Einwohner. Für einen 4–Personenhaushalt also 60,- € pro Jahr. Die EEG Umlage beträgt ab diesem Jahr 6,354 Cent.
Für einen durchschnittlichen 4 Personenhaushalt wird im Verbraucherportal Verivox ein Verbrauch von 5000 kwH angesetzt. Das bedeutet einen Strompreis von 5.000 kwH * 0,0635 Euro und ergibt eine Summe von 317,70 Euro. Es darf sich nun jeder fragen, was er lieber bezahlen würde!?

EEG Umlage 2017 und kein Ende in Sicht!!
Durch die erneute Erhöhung der EEG Umlage im Jahr 2017 auf nun 6,880 ct/kWh wird der im obigen Text beschriebene 4-Personen Haushalt mittlerweile mit 344,- € zusätzlich belastet. Das bedeutet eine Erhöhung vom Jahr 2016 nach 2017 um 26,30 Euro.
 

 

sowie für Liebhaber klassischer Literatur:

 

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Der Tragödie Erster Teil: „Gretchen trifft Faust an der 'Wildweiberkirch'“

(von T. B.)


Hallo mein liebes, holdes Mädchen! Bist du nicht unser Nachbars Gretchen?
 

Seid mir gegrüßt, mein edler Herr. Euch zu sehn, erfreut mich sehr.
 

Sag mein Kind, was führt dich denn zu diesem Ort, der von daheim doch recht weit fort?
 

Ach Herr Doktor, ich such Reiser. Wisst, die Mutter – sie ist heiser.
Sie braucht des Nachts in ihrer Kammer, ein kleines Feuer – so ein Jammer!


Nun, dann sei so lieb und setz dich her. Erzähl mir mal ein bisschen mehr.
Es ist zwar schon ein wenig kalt, doch ich bin immer gern im Wald.


Ist die Natur nicht wunderschön? Man kann so viele Tiere sehn.
Und diese Bäume – welche Pracht! Die hat Gott so schön gemacht!


Liebes Gretchen, träum ruhig weiter. Bald wohl bist auch du gescheiter.
 

Wie Herr Doktor soll ich das verstehn? Ist dies nicht herrlich anzusehn?
 

Doch, doch, das will ich gern gestehn. Die Natur ist wirklich schön.
Doch hast du es noch nicht vernommen, dass bald die Riesen werden kommen?
Es sind sieben an der Zahl. Was bleibt den Tieren dann noch für ´ne Wahl?
Sie werden sich in allen Ecken, versuchen zu verstecken.


Ach herrje, mir wird ganz bang ums Herz. Ich fühle einen tiefen Schmerz.
Was wollen diese Riesen hier? Das ist doch gar nicht ihr Revier.


Der alte Vogt hat einst befohlen, die Monster einfach herzuholen.
Und seine Mannen nickten nur ergeben, zu dem, was er hat vorgegeben.
Auch der Neue, so scheint's ist dran gebunden, an das, was er hat vorgefunden.


Ich kann es immer noch nicht fassen. Wie kann man so was denn erlassen?
 

Nach Unheil einst, in fernem Land, der König selbst gab schnell bekannt:
„Die bösen Geister müssen weg! Holt alle Riesen raus aus dem Versteck.
Verteilt sie nur im ganzen Reich. Wohin sie gehen, ist mir gleich.“


Muss man, um diese Geister zu verscheuchen, denn alles ringsum gleich so meucheln?


Mich deucht, du hast es jetzt kapiert, was hier im Walde bald passiert.
Ob Buchen, Fichten oder Eichen – sie alle solln den Riesen weichen.
Auch Vogel, Reh und Haselmaus. Für viele ist es hier bald aus.
Und ist es erst mal richtig kalt, geht keiner mehr in unsren Wald.
Denn dann, so hat es auch geheißen, die Riesen dann mit Brocken schmeißen.


Was machen denn die hohen Herren, um dies Unheil abzuwehren?


Dem jungen Vogt ist's wohl egal. Wie so vielen nach der Wahl.
Er will nur mit den wenig Gulden, verringern seine großen Schulden.
Die glauben dort noch wirklich dran, dass man daran verdienen kann.


Warum hat man denn nicht uns gefragt? Mein Herr ihr seid schon leicht betagt,

seid weise, wisst von vielen Dingen – nun müssen wir mit Monstern ringen.
 

Ach Gretchen du wagst es noch zu hoffen, die wär´n für unsre Meinung offen.
Was kümmert die den kleinen Mann, wenn man was Güld´nes haben kann.
 

Wer holt die Riesen denn ins Land. Ist dies den Leuten schon bekannt?
 

Von Berlichingens sollens machen, lang geübt in solchen Sachen.
Die machen richtig fette Beute. Auf Kosten meist der armen Leute.


Von denen hab ich schon gehört. Haben anderswo schon viel zerstört.
Wie lange sollen denn die Riesen bleiben – wer wird sie später mal vertreiben?
 

Das weiß noch niemand so genau. Die machen alle nur auf schlau.
Später sind dann alle klein, und keiner will es gewesen sein.
Kommt nicht bald die große Wende, zahlt das Volk das dicke Ende.


Jetzt fröstelt's mich an diesem Orte. Ich danke euch für eure Worte.
Ich muss nach Haus, um zu berichten, von diesen grauslichen Geschichten.
Dies alles macht mich sehr betroffen. Auf GEGENWIND kann man jetzt hoffen!

(Dann wird vielleicht aus der Tragödie, am Ende doch noch ´ne Komödie!)

 

Windkraftanlagen im Wald? - Zeit für Gegenwind (nicht nur) in Waldbrunn-Hausen

... und dazu passend schließlich noch die eigentliche "Gretchen-Frage":

(von Dr. H. Rittweger, Februar 2017)

Wie wäre es denn mal mit wirklich ehrlichem Energie sparen ...?

 

... ohne sich ständig selbst zu belügen, ohne ständig neuen Konsum,  ohne am Ende nur das Gewissen beruhigende Energiespar-Birnen, "AAA+++-Geräte", schnittige Elektro-Fahrzeuge etc.  ... und damit vor allem ohne ständig wachsende Müllberge ..., am besten als Wettbewerb zur "Entschleunigung" (Geschwindigkeitsreduzierung nicht nur (aber endlich auch!) auf der Autobahn ...) zwischen den am meisten verschwendenden Industrie-Nationen und vorgelebt von "ganz oben" (Umweltschutz statt Gier...) ... z.B. durch Verzicht auf so manches wirklich Überflüssige und nicht selten zudem noch Ungesunde, was auch wir ganz normalen Konsumenten alle längst und ohne Not zur Gewohnheit haben werden lassen ...

Oder verträgt sich das einfach nicht mit einem auf Wachstum, Wachstum und nochmals Wachstum mit zwingend notwendigem geplanten "Kaputt-Gehen" von Konsumgütern ausgerichteten Wirtschafts-System?

Unser Planet steht kurz vor dem Kollaps - das sagen nicht nur zahlreiche wissenschaftlich fundierte Studien (z.B. vom WWF) sondern inzwischen auch solch herausragende Denker wie Stephen Hawking (Skeptikern sei dazu eine kurze Internet-Recherche empfohlen ...). Die Gesamtsituation lässt keinen Zweifel mehr zu: Angesichts endlicher Ressourcen können und dürfen wir auf gar keinen Fall so weitermachen! Aufgrund des weltweiten Wachstumswahnsinns war der regenerierfähige Anteil unsere Erde in 2016 bereits schon am 8. August völlig erschöpft. Einfach ausgedrückt: Wir sind dabei, uns abzuschaffen.

Es ist demnach höchste Zeit, Dinge beim Namen zu nennen, und es darf auch keine Denkverbote geben, die nur dazu führen, wichtige Wahrheiten nicht klar zu erkennen. Zum Beispiel diese: Es gibt keinen grünen Kapitalismus und wird ihn nie geben - allein weil dieses System ohne stetes Wachstum schlicht nicht funktioniert. Alle, die das nicht wahr haben wollen, machen die Rechnung ohne die Wirtin - und die heißt Erde - und hat nur noch einen begrenzten Getränkevorrat!

Wem die Zukunft unserer Kinder und der Natur auf diesem wunderbaren blauen Planeten nicht völlig egal ist, der muss jetzt handeln. Wenn wir nicht sofort und freiwillig durch Konsumverzicht und dem nur damit (!) zu erreichenden konsequenten Energiesparen beginnen, retten uns weder hunderttausende flächendeckend installierte Windräder noch hundert neue Atomkraftwerke!

Wenn man das begriffen hat, dann darf man doch nicht mehr zulassen, dass einige wenige an Gier Erkrankte Profit aus dieser so dringend notwendigen Energiewende ziehen, auf Kosten der Allgemeinheit, auf Kosten der Erde! Wie verlogen ist es doch allein, wenn sich Politiker und Industrie-Lobbyisten als Klimaretter und CO2-Sparer aufspielen, gleichzeitig aber sämtliche Bemühungen um eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen torpedieren.  Zum Glück merken das immer mehr BürgerInnen und fordern eine wirkliche Energie-Wende: ehrlich, offen und von unten.

Bleibt zu hoffen, dass auch unsere großen einschlägigen Naturschutzverbände - z.B. BUND und NABU - ihren momentanen Kurs noch anpassen: Durch die unkritische Unterstützung der allein profitorientierten Windkraft-Lobby inklusive der “Holzhammermethodik” beim Durchsetzen einzelner Projekte wird die Bevölkerung gar nicht erst mit auf den so wichtigen Weg in eine annehmbare Zukunft der Alternativ-Energien genommen – im Gegenteil: immer mehr gutgläubige, gutmütige und naturliebende Menschen werden verschreckt, fühlen sich missachtet und zweifeln gar an demokratischen Gepflogenheiten. Eine unheilvolle Entwicklung, die am Ende sogar ungewollt den stärker werdenden reaktionären Kräften (Atomlobby, Klima-Problem-Leugner bis hin zu Rechtspopulisten) in die Hände spielen könnte.

Ein noch weiter zunehmender Rückfall in nationalstaatliches und demokratiefeindliches Denken wäre jedoch das schlimmste, was dieser so gebeutelten Erde passieren könnte, weil ein globales Problem selbstverständlich nur international, solidarisch und friedlich gelöst werden kann. Unsere einzige Chance liegt deshalb in möglichst vielen mutigen Menschen mit guten Ideen  ... die den unbequemen Weg wählen, d.h. sich durch uneingeschränktes Engagement von den mehrheitlich gleichgültigen und/oder durch medialen Schwachsinn zunehmend verblödenden “End-(Zeit)-Verbrauchern” abheben ... und wagen, sich mit sehr mächtigen, geldgierigen und skrupellosen Gegnern anzulegen, die "ihre Spielsachen" nur ungern teilen werden ...

Wenn die einzige Alternative "Weitermachen wie bisher" und damit  den sicheren Untergang bedeutet, lohnt es sich aber allemal, gemeinsam für weltweite strikte soziale Gerechtigkeit zu streiten, d.h. zu teilen und Ideen für ein alternatives, nachhaltiges, allein am Erhalt der Natur und an den tatsächlichen Bedürfnissen aller ausgerichtetes, d.h. sozial-ökologisches Wirtschaftssystem zu entwickeln.

Darüber darf man ja sicher wenigstens mal nachdenken ... nein - darüber müssen wir sogar ganz dringend nachdenken, wenn wir eine annehmbare Zukunft haben wollen ... am besten in der freien Natur ... also: PC aus, Licht aus, Heizung drosseln und ab in den Wald - solange es dort noch schön ist ... 

Investoren investieren ... ,

um der Welt was Gutes zu servieren?

 Oder einfach, weil sie gieren -

nach Einfluss, Ruhm und Wertpapieren?

                                                                            H. R.

 

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19.05.2017