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"Asyl-Tourismus" und Evolution

aktuelle Gedanken zum Thema

Rassismus - Urgeschichte - Migration

(Prä)historische Fakten gegen eine zunehmend rassistische und nationalistische Gesinnung in Europa

 

Dass wir in einer täglich ungerechter werdenden Welt mit an vielen Orten verheerender Umweltzerstörung und einer gigantischen Umverteilung von arm nach reich leben, kann niemand bei Verstand ernsthaft von der Hand weisen. Dass dabei viele Menschen (auch bei uns) auf der Strecke bleiben, sich ausgegrenzt, ohnmächtig und nicht mehr dazu gehörig fühlen, ebenso wenig. Und es ist wahrscheinlich gerade dieses Ohnmachtgefühl, verbunden mit fehlender Werteorientierung und Bildungsmangel, das dazu führt, dass so viele Leute immer wieder bzw. schon wieder (!) auf die einfachen Antworten reinfallen und die Schuld bei den "anderen", den Fremden, ... suchen. "Wir sind ja von Geburt aus ganz anders, besser, fleißiger, ... was wir hier alles geschafft haben ... das müssen wir gegen die Wirtschaftsflüchtlinge und Sozial-Schmarotzer verteidigen - mit allen Mitteln." - so die extreme und primitive Form dieser Sichtweisen.

Doch selbst Menschen, die mehr Bildung erlangen konnten und felsenfest überzeugt sind, eine von Grund auf demokratische Gesinnung zu haben, sind nicht frei von rassistischem Gedankengut; sind statt dessen voller Vorurteile, scheren alle über einen Kamm, fürchten sich vor einer "Überflutung" von Flüchtlingen mit anderem Aussehen sowie kulturellem und religiösem Hintergrund, sind verunsichert, wollen sich lieber abschotten und besinnen sich auf die nationale Identität. Dabei zeigt schon ein kurzer Blick allein auf die jüngere Geschichte, dass mehr Nationalismus die Menschheit am Ende immer ins Unglück gestürzt hat.

Dennoch sind sie derzeit verstärkt am Werk, die geistigen "Brandstifter", erschreckender Weise auch in sich als "demokratisch" und "christlich" bezeichnenden Parteien. Da ist auf einmal nicht mehr von Menschen die Rede, die im Mittelmeer ihr Leben lassen, nein: ein Unwort, wie das des "Asyl-Tourismus" macht die Runde ... da wird nicht (mehr) gefragt, wie es denn kommt, dass Menschen so verzweifelt sind, dass sie derartige lebensgefährliche Strapazen auf sich nehmen, um ins rettende Europa zu kommen ... da wird auch nicht danach gefragt, warum es in unserer fast nur noch von Kapital-Lobby-Interessen gesteuerten Welt denn nur so wenige Gewinner und immer mehr Verlierer gibt ..., warum so viele Länder dieser Erde trotz aller Bemühungen am Ende gar keine Chance für Entwicklung haben ..., da wird nicht danach gefragt, ob das ganze Dilemma vielleicht etwas mit einem gnadenlosen und zerstörerischen Wachstumssystem (nebst dadurch ausgelösten Klimaproblemen) zu tun haben könnte, von dem wir im Moment zwar (noch) profitieren ... das aber auch bei uns zu immer schlimmeren sozialen und ökologischen Probleme führen wird ...

Stattdessen werden so schön einfache und logisch erscheinende Antworten gegeben: "Ei das hat es doch früher nicht gegeben, da haben wir das doch alles allein in unserem Land geschafft" … "das kommt doch alles erst durch den Euro ..., früher hatten wir die D-Mark, da war die Welt noch in Ordnung ...". Das Schlimme: Auf den immer nach dem gleichen Strick- und Denkmuster arbeitenden rechtsgerichteten Plattformen werden durchaus auch unangenehme Wahrheiten verbreitet, die die momentane politische Führungsriege so gerne unter den Tisch kehrt ... . Gleichzeitig werden aber durch das gezielte Verschweigen (bzw. Missachten) weiterer Tatsachen am Ende aber Halbwahrheiten verbreitet und das ist bei genauem Hinsehen absolut typisch für die ganzen neuen aufkeimenden rechten Plattformen incl. CO2-Problem-Leugnung a la Trump und Co. … Schade, dass so viele gerade junge Leute darauf hereinfallen!

Ja reicht es denn, sich "Alternative" zu nennen - völlig egal, dass man bis auf das Ziehen von Mauern gar keine wirklichen bietet!? Im Gegenteil: es werden die alten Rezepte und hundertmal durch gelutschten neoliberalen Kamellen aufgetischt - nur ohne Ausländer halt. Bei genauem Hinsehen, ist aber doch gerade der ungebremste Konsum- und Wachstumswahn aber doch der eigentliche Grund für die zunehmende globale Überspitzung!

Die Dinge liegen doch leider viel komplizierter und vielschichtiger … da helfen alle alten Denkmuster überhaupt nicht mehr … am allerwenigsten die Rückwärtsgewandten von AfD und Co., die glauben (oder glauben machen wollen?) Deutschland könne da noch irgendwas im Alleingang reißen …

 

"Asyl-Tourismus" und Evolution - (Prä)historische Fakten zum Thema Rassismus-Urgeschichte-Migration

Natürlich kann kein Industrieland dieser globalisierten Erde allein die Probleme aller regeln: ein "Wir schaffen das" ohne aber zu sagen, wer bzw. welche Personen das denn am Ende genau schaffen sollen ... und dabei gleichzeitig zuzulassen, dass die "Abgehängten" im eigenen Land gegen die Schutz und Asyl suchenden (die ja hier alles umsonst bekommen ...) ausgespielt werden,  ist entweder eine absolute Dummheit oder aber eiskaltes politisches Kalkül, um vom eigenen Mist, den man jahrelang gebaut hat, abzulenken. Integration wurde und wird vielerorts komplett verschlafen! Wer gegen Gesetze und einfache Regeln des Anstands verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen. In dieser Hinsicht und in der Frage des gegenseitigen Respekts allgemein droht in unserem Land in der Tat etwas aus den Angeln zu geraten!  Das hat aber definitiv nichts mit dem Geburtsort eines Menschen zu tun! Hat es aber vielleicht mit einer unsolidarischen Gesellschaft zu tun, in der nur noch das eigenen Fortkommen und das möglichst viel Geld verdienen im Fokus steht und gerade von "denen da oben" vorgelebt wird? Am Ende ist es doch ein absolutes Armutszeugnis für eine angeblich demokratische Gesellschaft, dass ausgerechnet die rechten Dumpfbacken, die für all das außer Hass keinerlei Lösungsansatz bieten, ermöglicht, hier erfolgreich den Finger in die Wunde zu legen ...

Ohne klare Regeln, gegenseitigen Respekt und Wertschätzung dem Anderen gegenüber - gleich wie viel er für die Gemeinschaft zu leisten vermag -  kann kein menschliches Zusammenleben auf Dauer funktionieren. Verstöße müssen geahndet werden - dazu reichen die Handhaben in einem Rechtsstaat aus - sie müssen nur konsequent zur Anwendung kommen. Hinzu kommt, dass die mit dem Thema Migration verbundenen extrem komplexen Probleme in einer globalisierten Welt  - wenn überhaupt - dann nur global und nicht nationalstaatlich gelöst werden können! Und ein ganz wesentlicher Punkt ist dabei die Schaffung von mehr sozialer Gerechtigkeit, sowohl vor Ort als auch weltweit, um Fluchtursachen zu bekämpfen und um ein Gefühl des solidarischen Miteinanders über Grenzen und Fahnen hinweg zu schaffen.

Wenn wir nicht endlich anfangen, die Fluchtursachen dieser Verzweifelten zu bekämpfen … wird der Druck für diese armen Leute irgendwann so groß, dass uns keine Mauer dieser Welt vor diesem Strom der Elenden mehr retten könnte … Und schließlich: dass diese angeblichen "Alternativen" auch Alt- und Neo-Nazis in ihren Reihen zumindest dulden … sollte für jeden demokratisch und humanistisch oder christlich eingestellten Menschen ein absolutes "No-Go" sein!

 

"Asyl-Tourismus" und Evolution - (Prä)historische Fakten zum Thema Rassismus-Urgeschichte-Migration

Was aber haben die an dieser Stelle ansonsten überwiegend behandelten Themengebiete Steinzeit, Evolution und Naturgeschichte mit diesen aktuellen politischen Fragen zu tun? Mehr als die meisten Leute zunächst vermuten würden. Blickt man nämlich einmal weiter zurück, so wird sofort deutlich, dass Migration überhaupt nichts Neues, sondern geradezu ein Artmerkmal von uns Menschen ist, ohne das unsere geistig-kulturelle Entwicklung so gar nicht möglich gewesen wäre!

Beschäftigt man sich länger und intensiver mit dem Thema Urgeschichte, lernt man zudem ganz  nebenbei, in viel größeren zeitlichen Dimensionen zu denken. Den vielen Vorteilen, die sich aus diesem Blickwinkel ergeben, steht jedoch auch ein entscheidender Nachteil gegenüber: denn es wird ganz schnell klar, dass der Mensch (aufgrund seiner Gier) kurz vor der vollständigen Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen steht - und diese Erkenntnis kann sich durchaus auf das Gemüt niederschlagen ...

Durch die Beschäftigung mit der eigenen Urgeschichte ist aber selbst für Kinder leicht zu begreifen, dass es heute auf der Erde keinen einzigen Menschen ohne Migrationshintergrund gibt (!), weil wir ja gerade in den letzten 2 Millionen Jahren immer wieder durch Migration auf die sich häufig ändernden Klima- und Umweltbedingungen reagieren mussten. Wenn man zusätzlich weiß, dass das Erbgut von Mensch und Schimpanse zu 99% identisch ist, dann muss die Übereinstimmung z.B. mit dem Neandertaler ja noch um ein Vielfaches größer sein! Und erst recht bei allen in der Gegenwart lebenden Menschen: Allein in den vergangenen ca. 40.000 Jahren nach der Neandertalerzeit hat derart viel Durchmischung stattgefunden, dass die vorhandenen Unterschiede gegen Null gehen!  In Verbindung mit diesen Erkenntnissen moderner Genetik ist dann natürlich auch leicht zu verstehen, dass es so etwas wie Rassen eigentlich gar nicht gibt, sondern dass die sichtbaren Unterschiede allein auf zufälliger oder gezielter Anpassung, z.B. an veränderte Umweltbedingungen, beruhen!

Angesichts der zunehmenden Verbreitung rassistischen Gedankengutes in Europa, gekoppelt mit Dummheit, Gleichgültigkeit, Egoismus, Geiz und Hass, wäre es demnach immens wichtig, dem Themenkomplex "Urgeschichte-Steinzeit-Evolution" sehr viel mehr Aufmerksamkeit - gerade in den Schulen - zu schenken! Wer allein erkannt hat, wie nah wir doch alle miteinander verwandt sind, ist für dumme fremdenfeindliche Phrasen oder religiöse Hass-Predigten sicher nicht mehr so leicht empfänglich. Leider bieten die derzeitigen Lehrpläne dafür aber viel zu wenig Raum ...

 

"Asyl-Tourismus" und Evolution - (Prä)historische Fakten zum Thema Rassismus-Urgeschichte-Migration

Wer sich schließlich  mit der jüngsten Urgeschichte befasst, der wird erkennen, dass es trotz der sich anbahnenden Klimakatastrophe irgendwann zu einer neuen Eiszeit kommen wird. Die hätte in Europa z.B. zur Folge, dass sämtliche Gebiete und Länder nördlich von Berlin oder Köln eisbedeckt und völlig unbewohnbar wären, dass nördlich der Alpen keine Wälder mehr existierten und jeglicher Ackerbau unmöglich wäre. Dass es in den dann hinterlassenen Betonwüsten kaum jagdbares Wild gäbe, lässt sich ebenfalls unschwer erahnen ... .

Wir müssten alle auswandern, als Asylanten nach Süden, und wir wären dann ja nur Wirtschaftsflüchtlinge!

Ob die Afrikaner uns in der dann wieder ergrünten Sahara mit offenen Armen aufnehmen würden?

Schön wäre es ...

noch schöner aber,

wenn die Menschen endlich begännen, mehr "mit dem Herzen zu denken",

um "den Hass durch Zärtlichkeit zu besiegen".

(nach Konstantin Wecker)

http://www.wecker.de/de/weckers-welt/item/657-Denkt-mit-dem-Herzen.html

 

Dr. H. Rittweger

(ursprünglich zu Weihnachten 2015;

aktuelle (leider notwendige) Ergänzungen 2018

 

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05.08.2018