Archäologie, Geologie und Natur 

"Sanfter Tourismus" in Westerwald und Taunus

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Nassauische Neue Presse vom 06.04.2004

"GeoPark" soll Sehenswürdigkeiten bündeln

Limburg-Weilburg/Beselich. "Warum nicht GeoPark Limburg-Weilburg?" Diese Frage stellten das Amt für den Ländlichen Raum, die Kreisheimatstelle und das "Mobile Landschaftsmuseum" gemeinsam auf dem Stand der "Reweta" in Beselich. Da sich die wenigsten Besucher etwas darunter vorstellen konnten, lautete die nächste Frage: Was versteht man unter einem GeoPark? Hinter dem Begriff steckt der Zusammenschluss von geologischen, archäologischen, historischen oder kulturellen Sehenswürdigkeiten. Sie sollen von regionaler Bedeutung, Seltenheit oder Schönheit sein und repräsentativ für die Landschaft. Ob Unica-Bruch in Villmar, die Wildscheuer in Steeden, das keltische Opidum auf der Dornburg, der keltische Ringwall am Almerskopf, die Steinkammergräber von Niederzeuzheim und Niedertiefenbach oder die Kristallhöhle in Kubach. Dass Westerwald und Taunus zahlreiche solcher Highlights zu bieten haben, ist keine Frage. Diese Meinung vertrat auch Landrat Dr. Manfred Fluck, der sich eingehend über diese neue Idee auf der "Reweta" informierte.

Auf sehr anschauliche Weise führte Dr. Holger Rittweger vom Mobilen Landschaftsmuseum am Stand des Landkreises in das Leben der Steinzeitmenschen ein. Er präsentierte neben Kleidung, Waffen und Nahrungsmitteln auch das steinzeitliche Feuermachen. Mitgebracht hatte er zahlreiche eigene Nachbauten von Steinbeilen, Klingen, Speerschleudern und Faustkeilen, aber auch originale Fundstücke. Auftakt für die Bewegung "GeoPark" war die Geo-Erlebnisexkursion, organisiert von der Kreisheimatstelle, durchgeführt von Dr. Holger Rittweger vom Mobilen Landschaftsmuseum im vergangenen Jahr. Besucht worden war die einzigartige Felsformation im Kalksteinbruch Hofen, der Basaltsteinbruch auf der Dornburg und die Elbbachaue bei Elz. Der große Zuspruch und die begeisterten Teilnehmer gaben Anstoß zu den weiteren Überlegungen.

Der Weg zur Anerkennung eines GeoParks ist lang. Lediglich kleine Schritte werden zum Ziel führen können, da sind sich die derzeitigen Initiatoren Eckart Mascus (Amt für den Ländlichen Raum), Dr. Holger Rittweger (Mobiles Landschaftsmuseum) und das Team der Kreisheimatstelle einig. Sicher sind sie sich aber auch, dass ein GeoPark für die heimische Region vielfältige Vorteile bringen würde. Profitieren davon könnten in ersten Linie die Menschen der Region, die neue sinnvolle Freizeitangebote finden könnten. Schulen, Kindergärten und Jugendgruppen fänden einen spielerischen Zugang zu Geschichte und Natur ihrer Heimat. Nicht zuletzt könnten auch Touristen und mit ihnen die gesamte Gastronomie sowie die Touristikverbände von einer stärker vernetzten Bündelung der heimischen Sehenswürdigkeiten profitieren.

Dafür müssen aber viele an diesem Strick mitziehen, sagen die Initiatoren. Sie sind deshalb offen für alle, die mitarbeiten möchten. Ob es nun die Heimatmuseen, die Selbstvermarkter, Gastronomen, Touristiker oder Vereine sind. Alle sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Demnächst soll es zu dem Thema eine öffentliche Informationsveranstaltung geben, teilte Landrat Dr. Fluck mit. (nnp)

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01.02.2013